Corona-Krise - Katastrophe und Indikator


Dieser Artikel zeigt auf, dass die Krise bislang kein Bewusstsein dafür schaffen konnte, dass unsere Denkweise nicht in der Lage ist mit Komplexität souverän umzugehen. Wir brauchen Transformation, eine andere Weltsicht, um Systeme entwickeln zu können, die Lebendigkeit integrieren.   

Inhaltsübersicht

Die Corona-Krise ist nicht nur eine Katastrophe – sondern auch ein Indikator

Seit erste Lockerungen des Shut-downs in Sicht sind, mehren sich die Tipps zum #beyondcorona Verhalten. Experten der Virologie stimmen hingegen darin überein, dass nur ein Impfstoff gegen Covid-19 eine Rückkehr zur Normalität bewirken kann. Die Prognose, im Jahr 2021 einen solchen Impfstoff verfügbar zu haben ist mehr als optimistisch.

Wenn sich jetzt die Beiträge über die Zeit danach mehren, zeigt das, dass bislang nicht verstanden wird, was auch vor der Krise nicht verstanden wurde: Unsere Denkweise ist nicht in der Lage, mit Komplexität souverän umzugehen. 


Rationales Denken ist unfähig mit Komplexität umzugehen, weil es die Dimension der Lebendigkeit ausschließt.


Komplexität erfordert neues Denken

Komplexität ist keine Erfindung der jüngeren Geschichte, die Welt war schon immer komplex. Solange sie aber nicht vernetzt, globalisiert und digitalisiert war, fiel es nicht so auf. Das ist die westliche Sicht auf die Welt. In den östlichen Philosophien hat man die Dinge von Anfang an in ihrer Komplexität wahrgenommen und ist deshalb zu komplexeren Wirk- und Heilprinzipien gelangt.

Rationales Denken, unser wissenschaftliches Weltbild ist die Errungenschaft der Aufklärung. Sie hat die Menschen von Aberglaube und Mystizismus befreit. Indem man die Gesetze der Physik erforschte, Ursache und Wirkung benennen konnte, wurde die materielle Welt verständlich.

Allerdings wurde diese Eindeutigkeit um einen hohen Preis errungen, indem alle Formen von Lebendigkeit (inklusive des beobachtenden Subjekts) ausgeschlossen wurden. Jeder Mechanismus, der auf rationalem Denken basiert, konstatiert lineare Verbindungen zwischen Ursache und Wirkung.  

Komplexität bedeutet, dass die Dinge auf unbestimmt vielen Ebenen wechselwirken, es also unmöglich ist, Ursache und Wirkung eindeutig zu benennen. Daraus folgt zwingend, dass es keine Mechanismen und keine Methoden geben kann, um mit Komplexität umzugehen. 

Wir brauchen einen Impfstoff und Neues Denken

Wenn Bestimmtheit und Eindeutigkeit nicht hergestellt werden können, dann muss doch die Lösung darin liegen, mit Unbestimmtheit und Lebendigkeit umzugehen zu lernen!!! Das ist eine Meta-Kompetenz und unser Know-how.

Das östliche Denken zeigt auf, dass man Lebendigkeit erforschen und meistern kann. Hier ist nicht die Handhabung der Pandemie in den asiatischen Ländern gemeint, sondern das kulturelle Erbe des Ostens, die Weisheitstraditionen, die eine gänzlich andere Weltsicht haben.

Über den Paradigmenwechsel können Sie mehr als zehn Beiträge auf unserer Website finden, denn wir verbinden westliche Rationalität mit östlicher Schau, dem kontemplativen Weg zur Erkenntnis zu einer komplexeren Ebene des Denkens, der Second-Tier Schaulogik, welche durch Integration von Lebendigkeit zu holistischem Denken wird.

Lebendigkeit muss integriert werden

Ein Virus ist der Inbegriff von Lebendigkeit. Wie konnten Menschen je auf die Idee kommen, Lebendigkeit ausschließen oder kontrollieren zu können? 
Wenn ich mir die Vehemenz anschaue, mit der Menschen fordern konkrete Pläne für die Zukunft aufgezeigt zu bekommen, dann frage ich mich ernsthaft, wo geschrieben stehen soll, dass es einen Anspruch auf Sicherheit und Planbarkeit im Leben geben muss. Es verwundert auch nicht, dass Menschen (in guten Zeiten) Sinn und Tiefe im Leben vermissen, wenn sie stets durch die Brille der Planbarkeit schauen.

Die Menschen sehen nur das, was sie erwarten zu sehen.

Ralph Waldo Emerson


Leben hat kein Drehbuch

Die Dinge ändern sich fortwährend, nicht nur während eine Pandemie. Wenn ich also konkrete Pläne für das kommende Jahr festlege, schließe ich damit alle Veränderungen aus, die sich in der Zwischenzeit ereignen werden. Ich beraube mich der Optionen, die sich ergeben können. Ich behindere auch mein zukünftiges, klügeres Ich, welches bessere Entscheidungen treffen wird als meine heutiges Ich, weil es jeden Tag etwas dazulernt. 
Die Lösung liegt nicht darin alles laufen zu lassen, sondern Planung der Komplexität anzupassen. Darüber habe ich beispielsweise in diesem Artikel geschrieben.

Alternativen?

Bislang gibt es wenig Bereitschaft, sich auf den unbequemen Pfad zu begeben, neue, komplexere Denkweisen zu entwickeln. Dabei verspricht Transformation nicht nur die Lösung aktueller Probleme, sondern auch eine signifikant höhere Lebensqualität.

Ein wenig Achtsamkeit, viel Feel-good und Lösungen, welche die Illusion der einfachen Verstehbarkeit vorgaukeln stehen hoch im Kurs. Die immer gleichen Experten verraten uns ihre einfachen Rezepte für Geld, Glück und Lebenssinn. Nichts davon hat jemals funktioniert oder wird jemals funktionieren, denn das Leben ist nicht linear.

Dieser Artikel war als mehrteilige Serie geplant, weil der Beginn der Corona-Krise hoffen ließ auf die Chance zu einem grundlegenden Wandel in der Gesellschaft. Dieses Momentum wurde verpasst, statt bessere Lösungen anzustreben, beispielsweise eine bedingungslose Grundversorgung der Menschen, hat sich schnell eine Dynamik von zurück zur Normalität eingestellt. 

Vielleicht ändern sich die Dinge auch wieder ganz schnell, dann werde ich die Reihe fortsetzen. So lange schreibe ich über andere Themen und entwickle eine Konzept für kostenlossen Websessions.

Bitte finden Sie hier unser Angebot für alle Themen rund um Change Management und Organisationsentwicklung. Gerne begleiten wir Sie auch beim Krisenmanagement.


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