Para­digmen­wech­sel - neues Denken

paradigmenwechsel neues denken

Ein Pa­ra­­dig­­men­­wech­­sel ist die Ver­­­än­­de­r­ung grund­le­gen­der Rahmen­be­din­gun­gen. Die Menschheit befindet sich im Übergang von einer rationalen zu einer lebendigen, holistischen Weltsicht, welche Ökonomie, Werte und Sinn verbindet und der Lebensqualität eine andere Bedeutung zumisst.

Inhaltsübersicht

Para­dig­men­wech­sel — Von der Rationalität zum Holismus

Komp­lexi­tät ist für die meis­ten Men­schen eine riesen­große Her­aus­for­der­ung. Solange das Weltbild ein materielles, dualistisches ist, erschließt sich für Menschen nicht, wie sie mit der Lebendigkeit der Komplexität umgehen sollen. Sie sprechen von Glück und Zufall, von Pech und Umständen, die sich ergeben haben. Sie beklagen mangelnde Planbarkeit, fehlenden Sinn und sind davon überzeugt, dass sich komplexe Problem nur durch Versuch und Irrtum bewältigen lassen. 

All diese Aussagen sind Ausdruck des Denkens über eine Wirklichkeit, die als unabhängig vom Betrachter gesehen wird. Neuere Forschung von Erkenntnistheorie, Quantenphsik und Neurowissenschaft belegt, dass diese Trennung nicht konsistent aufrecht erhalten werden kann, dass die Wirklichkeit eine Konstruktion des Betrachters ist.

Es gibt keine Realität, die unabhängig von dem Denkenden ist. Realität und Bewusstseins sind eins.



Das holistische Weltbild

Holismus ist eine Organisationsform, bei der die lebendigen Teile zum Ganzen gehören wie ein Organ zu einem Körper, und nicht die Teile einer Maschine. 

Das holistische Weltbild versteht die Wirklichkeit als eine ungebrochene, fließende Ganzheit, in die unterschiedliche Dimensionen eingebunden sind. Die physikalische Dimension, die sich mit Ursache-Wirkung-Denken verstehen lässt ebenso wie die meta-physikalische Dimension, die über die Schwelle des linear-kausalen Denkens hinausgeht und Konzepte von Nonlokalität und Nichtkontinuität verstehbar macht.

Komplexität ist lebendig

Komplexität umfasst auch das Unbestimmte, Unbekannte, Unbewusste, welches immer MIT dem Explizit-Bekannten einhergeht. Es ist das unsichtbare Innen, das Dazwischen und das Dahinter. Alles, was jenseits der sinnlich erfahrbaren Welt liegt, kann vom Verstand nicht erfasst werden. Es braucht also eine andere Sicht auf die Welt, eine andere Denkweise, um die lebendigen, emergenten Anteile der Wirklichkeit mitzuerfassen. 

Das allergrößte Problem im Umgang mit Komplexität besteht darin, dass man die Dinge nicht zwecks Analyse in ihrer Einzelteile zerlegen kann. Das ist aber die Kernkompetenz der Verstandes, er zerlegt, kategorisiert, misst, prüft und wiederholt. Kein einziger dieser Schritte führt zum Verständnis von Komplexität, im Gegenteil. Alles Lebendige stirbt, wenn man es zerlegt und das gilt auch für Komplexität.

Komplexität zu reduzieren führt zwangsläufig zu Fehlern und rationales Denken tut genau das, es reduziert. Rationales Denken trennt die Dinge in Subjekte und Objekte und sucht die kausale Verbindung zwischen ihnen. Damit zerstört es die Lebendigkeit, die aus der Verbindung von Geist und Materie entsteht, denn beide sind untrennbare Dimensionen der Wirklichkeit.  


Der Verstand ist die Ursache für das Problem, mit Komplexität nicht umgehen zu können. 

  

Der Paradigmenwechsel

Seit der Aufklärung um das Jahr 1700 herum gilt die rationale, vernunftorientierte Denkweise als Universallösung für das Verständnis der Welt. Sie hat den Menschen von vielen Vorurteilen und Aberglauben befreit, ist aber mit der Komplexität an ihre Grenzen gestoßen. Das Ursache-Wirkung-Denken kann nur einen Teil der Wirklichkeit erklären. Man geht sogar davon aus, dass nur etwas 5% des Universums aus uns bekannter Materie und Energien bestehen.

Wir brauchen also eine Strategie, mit dem Lebendigen umzugehen. Das Symbol des Taiji verdeutlicht die Einheit der Gegensätze. Jede Kraft trägt auch in Gegenteil in sich, so dass das Fokussieren des Gewollten, Erwünschten das Gegenteil aktiviert. Denken Sie nur an die unzähligen Versuche von Menschen durch Diäten Gewicht zu reduzieren, die im Schnitt zu 7% mehr Gewicht nach einem Jahr führen. (Quelle: Right Weight, Right Mind, Dr. Robert Kegan u.a.)

Vereinseitigung ist also keine Lösung, sondern die Betrachtung der Dinge in ihrer Ganzheit – ohne  das Unbestimmte, Unbekannte herauszudrücken, welches sich dann als Widerstand manifestiert.

Wir haben östliche Philosophien studiert und können mit Energie, Lebendigkeit und Widersprüchen umgehen. Daraus haben wir das Konzept von Wandel, ohne zu kämpfen entwickelt.

 

Wir müssen selber paradox sein, denn erst dann leben wir unser Leben, erst dann kommen wir zur Ganzheit. Ganzheit heißt auch voll Widerspruch zu sein. 

C. G. Jung



Fazit

Die komplexe Welt lässt sich mit Ursache-Wirkung-Denken nicht erfassen. Deshalb gibt es so viele Probleme auf dieser Welt, die sich nicht nachhaltig lösen lassen. Jede Lösung schafft an anderer Stelle neue Probleme. Die komplexere Denkweise, welche die Probleme zu lösen vermag, die durch rationales Denken entstehen, beschreiben wir in dem Artikel Paradigmenwechsel - Denken oberhalb der Einsteinschwelle.


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