Paradigmenwechsel - Denken oberhalb der Einsteinschwelleparadigmenwechsel denken oberhalb der einsteinschwelle

Das Denken im alten Paradigma lässt sich auf drei zentrale Fehler herunterbrechen, die auf Ausgrenzung und Verengung basieren. Um neues Denken zu etablieren, muss die Aristotelische Logik nicht aufgegeben, sondern erweitert werden. Denken im neuen Paradigma kann die signifikanten Probleme unserer Zeit lösen und Komplexität operationalisierbar machen.  

Denken im alten Paradigma = klassische Logik

Betrachten wir die Art und Weise, wie wir denken: Unser ist Denken ist rational, vernünftig, faktenbasiertlogisch und binär. Die Dinge sind wahr oder falsch, nur einer kann gewinnen.
Ökonomische Ziele haben höchste Priorität, Effizienzsteigerung ist die Grundbedingung für Wettbewerbsfähigkeit. Alles wird (mono-)kausal verknüpft, dafür sind Algorithmen das perfekte Tool. mehr

 

Die signifikanten Probleme des alten Paradigmas

Die Absicherung materieller Bedürfnisse ist Motivation und positive Wirkung des alten Denkens. Zwar hat sich materieller Wohlstand weltweit verbessert, aber nicht in gerechter  Verteilung. Die weiteren signifikaten Probleme sind der unverhältnismäßige Ressourcenverbrauch der Erde inklusive Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung, sowie chronisch gestresste Menschen, die fehlende Sinnhaftigkeit beklagen und unter Selbstoptimierungsdruck leiden, der schon vor dem Kindergartenalter beginnt.


Strukturen des alten Denkens

Das lineare Denken hat hierarchische  Strukturen hervorgebracht, welche langsam und unflexibel  agieren und nur ein Ziel – niemals mehrere gleichwertige – erreichen können. Auch wenn ökologische und soziale Intentionen vorhanden sind, fallen sie ökonomischen oder egozentrischen Prioritäten häufig zum Opfer, das ist systemimmanent. Der Intention–Behavior-Gap , die bewusste Missachtung selbstgesetzter Werte begegnet uns im unternehmerischen wie persönlichen Bereich und ist obendrein gesellschaftlicher Konsens unter dem Namen gesunder Egoismus. mehr

 

Die Denkfehler des alten Paradigmas

(1) Entfernung des Subjekts

In dem Weltbild, in dem der Mensch die Dinge betrachtet steckt der Fehler, dass das betrachtende Subjekt ausgenommen wird. Man glaubt durch Eliminierung des Subjektiven ein objektives Bild der Realität zu erhalten, doch das ist falsch. Tatsächlich kann es so etwas wie Objektivität nicht geben, weil der Prozess der Wahrnehmung der Dinge ohne Subjekt nicht möglich wäre. Das Charakteristische des Subjektivität besteht darin, dass ein Subjekt eine Entscheidung trifft in einer Weise, die für ein anderes Subjekt nicht vorhersehbar oder berechnbar ist. 

Der Materialismus ist die Philosophie des bei seiner Rechnung sich selbst vergessenden Subjekts.

Arthur Schopenhauer




(2) Spaltung von Geist und Materie

In dem materialistischen Weltbild gibt es vier Ebenen, drei räumliche und eine zeitliche. Diese lassen sich mit linearem, kausalen Denken erfassen und den Gesetzen der Newtonschen Physik erklären.  Mathematik ist die Sprache, mit der die unbelebte Welt erklärt werden kann.

Tatsächlich gibt es (mindestens) eine weitere Ebene, welche Einfluss nimmt auf die materielle Welt. Die fünfte Dimension ist die Infospähre, die geistige, feinstoffliche Welt, auch Noosphäre genannt, der Raum für Intention, Gefühle und Sinn. In allen Religionen und Weisheitstraditionen wird die Existenz der fünften Dimension angenommen. In den östlichen Philosophien wird Geist mit Chi, Ki oder Prana bezeichnet.

Die Trennung von Natur- und Geisteswissenschaften hat dazu geführt, dass die geistige Ebene in den Naturwissenschaften keinen Platz mehr hatte, obwohl es deren Aufgabe ist, belebte und unbelebte Materie  empirisch zu erforschen. Ist es nicht gerade der Geist, welcher die  belebte Materie von der unbelebten unterscheidet?

Wissenschaftlicher Beweis der fünften Dimension

Die Quantenphysik wurde von Max Planck und Albert Einstein um 1900 begründet, weil die  klassische Physik bei der Beschreibung des Lichts und dem Aufbau der Materie  an ihre Grenzen gestoßen war. Sie beweist die Existenz der fünften  Dimension zweifelsfrei. 

 

Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wird.

Max Planck




(3) Kausalität als einzig gültiges Prinzip 
 

Die klassische, aristotelische Logik entspricht der Funktionsweise des Gehirns, denn physiologisch sind  simultane, reziproke Prozesse nicht möglich.

Die Natur des Geistes ist aber grenzenlos, sie hat keinen Anfang und kein Ende, alles ist mit allem verbunden. Das bedeutet, dass jede Ursache vielfältige Wirkungen hat und jede Wirkung vielfältige Ursachen. Dementsprechend ist die Benennung einer Kausalität (beispielsweise weil ich Vitamin C nehme, bekomme ich keine Erkältung) unzureichend und auch nicht auf alle Subjekte übertragbar.

Akausalität bedeutet sich darüber bewusst zu sein, dass man immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit sieht und viele weitere Wirkmechanismen beteiligt sieht, welche die Einschätzungen einer Situation jederzeit radikal verändern können. Dementsprechend ist Offenheit die wichtigste Eigenschaft im Umgang mit Komplexität und Voraussetzung für VUCA-Kompetenz, den souveränen Umgang mit Komplexität.

Gleichzeitig benötig man die Kausalität, um handlungsfähig zu sein. Die Kunst besteht also darin, ständig zwischen Kausalität und Akausalität switchen zu können.

Akausalität ist der Schlüssel für den souveränen Umgang mit Komplexität.

Silke Nierfeld

 

FAZIT

Das Wahre, Schöne und Gute in die Welt zu bringen ist mit dem Denken im alten Paradigma nicht möglich. Deshalb ist der Paradigmenwechsel der wichtigste Schritt, um die signifikanten Probleme unserer Zeit zu lösen.


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