VUCA-Kompetenz–Souverän Handeln in einer komplexen Welt 

vuca kompetenz

Die VUCA-Welt ist grund­ver­schie­den von der plan­ba­ren, li­ne­ar­en Welt, die wir ein­mal kann­ten. Kom­plexi­tät be­deu­tet aber nicht un­be­herrsch­ba­res Cha­os, son­dern eine rei­che, tie­fe und sinn­vol­le Welt mit un­zäh­li­gen Mög­lich­kei­ten zu Wachs­tum und Ent­fal­tung. Wer die in­ne­re Struk­tur der Kom­plexi­tät ver­steht, surft sou­ve­rän durch die Viel­falt. Doch da­für be­darf es ei­nes Pa­ra­dig­men­wech­sels, ei­ner neu­en Denk­wei­se. VUCA-Kom­pe­tenz ist die Fä­hig­keit, mit Komplexität souverän umzugehen. 

Inhaltsübersicht
VUCA ist ein Synonym für Komplexität
Die VUCA-Welt erfordert eine neue Denkstruktur
Die 12 Prinzipien der VUCA-Kompetenz


VUCA ist ein Synonym für Komplexität

VUCA ist eine Wortschöpfung aus den Begriffen

  • Volatility (Unbeständigkeit)

  • Uncertainty (Unsicherheit)

  • Complexity (Komplexität)

  • Ambiguity (Unklarheit)

und wurde vom amerikanischen Militär geprägt, um die Schwierigkeit bei der Erfassung von beweglichen, nicht eindeutigen, komplexen und unsicheren Zielen zu beschreiben. Weil der Begriff VUCA die Überforderung von Menschen und Unternehmen im Hinblick  auf  die  Zukunft so treffend beschreibt, ist er in den allgemeinen Sprachgebrauch eingezogen.

Die VUCA-Welt erfordert eine neue Denkkultur

Schon Einstein hat uns aufgefordert, eine neue Art des Denkens zu etablieren, um die signifikanten Probleme lösen zu können, die das alte Denken geschaffen hat. Bislang blieb sein Aufforderung ungehört, denn noch immer sind lineare Denkstrukturen, Denken im Ursache-Wirkung-Modus State of the Art.

Dabei sind bessere, komplexere Denklogiken nicht unbekannt, nur lassen sie sich nicht in verkäufliche Modelle und Methoden gießen, die in der Businesswelt so beliebt sind. Man muss schließlich vorher konkret wissen was nachher rauskommt und man braucht es in kleinen, verdaulichen Häppchen.  

Wie sich das Denken im Paradigma  der  Komplexität von der aktuellen rationalen Denkweise unterscheidet, haben wir im Beitrag Paradigmenwechsel - Denken oberhalb der Einsteinschwelle ausführlich beschrieben.

Die Essenz lautet, dass holistisches Denken, eine neue meta-systemische Abstraktionsstufe des Denkens welche die unterschiedlichen Logiken von Verstand und Geist verbindet die Probleme zu lösen vermag, die durch rationales Denken verursacht werden. Nachfolgend wird die Anwendung dieser holistischen Denkweise konkretisiert:

Die 12 Prinzipien der VUCA- Kompetenz

 

  • 1. Offenheit
    Jede Betrachtung ist ein Fraktal eines größeren Ganzen. Daraus folgt, dass jederzeit neue Aspekte in Erscheinung treten können, welche die Einschätzung und auch die Zielrichtung verändern. Sich selbst und die Dinge immer wieder zu hinterfragen ist notwendig, je mehr Details einbezogen werden, desto besser. Für jede Interpretation einer Situation gibt es mindestens eine dritte Lösung neben dem entweder – oder, meistens aber noch einige mehr.

  • 2. Flexibilität
    Aus der Offenheit für ständige Veränderungen folgt die Notwendigkeit der Flexibilität. Je langfristiger Planungen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie modifiziert werden müssen. Ein kontinuierlicher Wechsel zwischen den Perspektiven der Macroebene, die das Ganze im Blick hält zur Microebene, welche Handlung ermöglicht, vermeidet, dass Dinge übersehen werden.

  • 3. Mut (Antifragilität)
    Antifragilität steht Zufälligkeit und Ungewissheit positiv gegenüber und packt die Dinge an, es ist der Gegenentwurf zu Erfahrungen. Komplexität bringt ständig neue Herausforderungen hervor, daher ist es nicht sinnvoll nach Erfahrungen zu suchen, die unter anderen Umständen entstanden sind. Mut und die Fähigkeit Lösungen in völlig unbekannten Situationen kreieren zu können, sind eine der wichtigsten Kompetenzen in der VUCA-Welt.

  • 4. Unmittelbarkeit
    Weil jedes Problem Produkt unserer Denkweise ist, ist für jedes Problem bereits eine Lösung vorhanden. Wer über die Fähigkeit verfügt die trans-rationale Ebene des Geistes anzusteuern, der kann Antworten unmittelbar erhalten, die außerhalb seines persönlichen Denkens liegen. Das ist die Bedeutung von Intuition, die leider allzuoft mit Bauchgefühl (das sind prae-rationale, instinktive Reaktionen) verwechselt wird. Die Geschwindigkeit dieses Vorgangs ist kein Zeichen für übereiltes Handeln.
    Unmittelbarkeit bedeutet auch, auftretende Ideen sofort umzusetzen, statt sie für später zurückzustellen. Die Konstellation, die zu der Idee geführt hat, kann einmalig gewesen sein. In jedem Fall ist der Energieaufwand den Gedanken erst abzulegen und ihn später wieder aufzunehmen viel höher.

  • 5. Kohärenz
    Kohärenz ist die Stimmigkeit von Denken, Fühlen und Handeln. Mit dem Kohärenzgefühl lassen sich Unstimmigkeiten schon in ihren Ansätzen identifizieren, noch bevor sich ein Problem manifestiert hat. Kohärenzfähigkeit bedeutet, innere und äußere Mustern erkennen und aufeinander abstimmen zu können. Dadurch lässt sich  Kompexität aktiv steuern. 

  • 6. Vielseitigkeit (Versatilität) 
    Es ist nicht genug, seine Kompetenzen schnell umsetzen zu können (Agilität), sie müssen auch permanent erweitert werden. Lebenslanges Lernen sollte eine Selbstverständlichkeit sein, die Menschen aus Freude betreiben. Indem Kompetenzen auf mehreren Gebieten erworben werden, kann der Mensch auf Veränderungen reagieren, die außerhalb seines Einflussbereiches liegen. 

  • 7. Identifikation
    Alles was ich tue, muss für mich wertvoll sein und ich tue es, weil ich es wichtig finde.
    Im Idealfall kann ich mein Wirken in einen größeren Zusammenhang stellen. Der Beruf wird nicht nur als ökonomische Notwendigkeit verstanden, sondern als Ausdrucksform der Selbstverwirklichung. Wenn die Dinge, die man tut aus eigenem Interesse erfolgen, dass gehen sie leicht von der Hand und machen Sinn.

  • 8. Individualität
    Jeder Mensch und auch jedes Unternehmen sind Unikate mit einer individuellen Innerlichkeit. Standardisierte Modelle, Methoden und Strategien zerstören ein Stück dieser Einzigartigkeit. Es ist wesentlich ökonomischer, die Modelle den Individuen anzupassen als die Verluste von Motivation und Vitalität durch Best Practice Strategien zu tragen. 

  • 9. Potenziale (Werde der du bist)
    Der Wunsch zu entdecken und auszuprobieren ist angeboren. Diese natürliche Neugier lebendig zu halten und die eigenen Potenziale zu erkunden, ist ein lebenslanger Prozess, aus dem sich von ganz allein neue Ziele und Perspektiven für unterschiedliche Lebensphasen entwickeln. Veränderung ist Wachstum und nicht Ausdruck von Unbeständigkeit.

  • 10. Balance
    Balance bedeutet nicht die Mitte zwischen zwei Polaritäten zu halten, sondern beide Polaritäten ausgewogen zu leben und zu wechseln. Das Prinzip Yang bedeutet Zielgerichtetheit, Anspannung und  Anregung. Es sollte in Korrelation stehen mit  Absichtslosigkeit,  Entspannung und innerer Einkehr. 

  • 11. Achtsamkeit
    Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wiederholte Gedanken, Gefühle und Handlungen erzeugen Muster, welche in der physikalischen Welt wirksam werden und sich immer wieder durchsetzen. Muster können konstruktiv oder destruktiv sein, sie zu bekämpfen macht sie nur stärker. 

  • 12.Wu wei
    Die mühelose Kraft ist ein daoistisches Prinzip, das sich mit Enthaltung aller gegen die Natur gerichteten Aktivitäten übersetzen lässt. Das Aktionspotential für Handlungen ist stets vorhanden, es bedarf nur der Intention, um es fließen zu lassen. Wu wei erkennt den richtigen Moment und lässt die Handlung geschehen. Es ist der Gegenentwurf zur Abarbeitung von to-do-Listen.

 

If you change the way you look at things, the things you look at change.

Dr. Wayne Dyer

 


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