VUCA-Kompetenz–Souverän Handeln in einer komplexen Welt 

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Die VUCA-Welt ist grundverschieden von der  planbaren, linearen Welt, die wir einmal kannten. Komplexität bedeutet aber nicht unbeherrschbares Chaos, sondern eine reiche, tiefe und sinnvolle Welt mit unzähligen Möglichkeiten zu Wachstum und Entfaltung. Wer die innere Struktur der Komplexität versteht, surft souverän durch die Vielfalt. Doch dafür bedarf es eines Paradigmenwechsels, einer neuen Denkweise. VUCA-Kompetenz ist die Fähigkeit, integrales Denken in stringentes Handeln umzusetzen.

VUCA ist ein Synonym für Komplexität

VUCA ist eine Wortschöpfung aus den Begriffen

  • Volatility (Unbeständigkeit)

  • Uncertainty (Unsicherheit)

  • Complexity (Komplexität)

  • Ambiguity (Unklarheit)

und wurde vom amerikanischen Militär geprägt, um die Schwierigkeit bei der Erfassung von beweglichen, nicht eindeutigen, komplexen und unsicheren Zielen zu beschreiben. Weil der Begriff VUCA die Überforderung von Menschen und Unternehmen im Hinblick  auf  die  Zukunft so treffend beschreibt, ist er in den allgemeinen Sprachgebrauch eingezogen.

Die VUCA-Welt erfordert eine neue Denkkultur

Schon Einstein hat uns aufgefordert, eine neue Art des Denkens zu etablieren, um die signifikanten Probleme lösen zu können, die das alte Denken geschaffen hat.
Wie sich das Denken im Paradigma  der  Komplexität von der aktuellen Denkweise unterscheidet, haben wir im Beitrag Paradigmenwechsel - Denken oberhalb der Einsteinschwelle ausgeführt.

Denken ist Ausdruck der Bewusstseinsebene

Das Modell Spiral Dynamics basiert auf der Forschung des amerikanischen Psychologieprofessors Dr. Clare W. Graves, der untersuchte, wie sich die Denkweise bei Individuen und in Gesellschaften entwickelt. Gemäß der Theorie bilden die ersten sechs Ebenen oder Wmeme  die erste Ordnung der Spirale. Der Sprung zur zweiten Ordnung, auch Second-Tier Thinking ist ein gewaltiger, der sich mit dem von uns beschriebenen Paradigmenwechsel deckt. 


 


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Die Prinzipien der VUCA- Kompetenz, des souveränen Umgangs mit Komplexität

  • 1. Offenheit
    Jede Betrachtung ist ein Fraktal eines größeren Ganzen. Daraus folgt, dass jederzeit neue Aspekte in Erscheinung treten können, welche die Einschätzung und auch die Zielrichtung verändern. Sich selbst und die Dinge immer wieder zu hinterfragen ist notwendig, je mehr Details einbezogen werden, desto besser. Wünsche sollte ohne jede Bedingung formuliert werden, denn es gibt immer höhere Perspektiven als das, was wir denken können. Für jede Interpretation einer Situation gibt es mindestens eine dritte Lösung neben dem entweder – oder, meistens aber noch einige mehr.

  • 2. Flexibilität
    Aus der Offenheit für ständige Veränderungen folgt die Notwendigkeit der Flexibilität. Je langfristiger Planungen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie modifiziert werden müssen. Der Perspektivwechsel von der Macroebene, die das Ganze im Blick hält zur Microebene, welche Handlung ermöglicht, vermeidet, dass Dinge übersehen werden.

  • 3. Mut (Antifragilität)
    Antifragilität steht Zufälligkeit und Ungewissheit positiv gegenüber und packt die Dinge an, es ist der Gegenentwurf zu Erfahrungen. Komplexität bringt ständig neue Herausforderungen hervor, daher ist es nicht sinnvoll nach Erfahrungen zu suchen, die unter anderen Umständen entstanden sind. Der Mut und die Fähigkeit Lösungen in völlig unbekannten Situationen kreieren zu können, sind eine der wichtigsten Kompetenzen in der VUCA-Welt.

  • 4. Unmittelbarkeit
    Jede Lösung für ein Problem ist bereits vorhanden. Wer die Fähigkeit hat, die mentale Ebene der Intuition zu nutzen (bitte nicht mit gefühltem Wissen verwechseln), erhält unmittelbar Zugang zur Lösung. Die Geschwindigkeit dieses Vorgangs ist kein Zeichen für übereiltes Handeln. Unmittelbarkeit bedeutet auch, auftretende Ideen sofort umzusetzen, statt sie für später zurückzustellen. Die Konstellation, die zu der Idee geführt hat, kann einmalig gewesen sein. In jedem Fall ist der Energieaufwand den Gedanken erst abzulegen und ihn später wieder aufzunehmen viel höher.

  • 5. Kohärenz
    Kohärenz ist die Verbindung von Denken und Fühlen. Mit dem Kohärenzgefühl lassen sich Unstimmigkeiten schon in ihren Ansätzen identifizieren, noch bevor sich ein Problem manifestiert hat. Mit der Kohärenzfähigkeit ist auch verbunden, dass größere Zusammenhänge und Muster erkannt und zu Visionen entwickelt werden können.

  • 6. Vielseitigkeit (Versatilität) – Agilität ist nicht genug
    Es ist nicht genug, seine Kompetenzen schnell umsetzen zu können (Agilität), sie müssen auch permanent erweitert werden. Lebenslanges Lernen muss eine Selbstverständlichkeit werden (work-study-blending), jeder Mensch sollte Kompetenz auf mindestens drei Gebieten erwerben, das ergibt Robustheit für die VUCA-Welt.

  • 7. Identifikation
    Alles was ich tue, muss für mich wertvoll sein und ich tue es, weil ich es wichtig finde.
    Im Idealfall kann ich mein Wirken in einen größeren Zusammenhang stellen. Der Beruf wird nicht als ökonomische Notwendigkeit verstanden, sondern als Ausdrucksform der eigenen Entwicklung. Das Züricher Ressourcenmodell benennt eine Quote von 80/20 für inneres Gleichgewicht. Achtzig Prozent der Dinge, die ich tue, sollte ich gerne tun und nur für zwanzig Prozent den Willen einsetzen müssen, der meine widerstrebenden Gefühle überstimmen kann.

  • 8. Individualität
    Jeder Mensch und auch jedes Unternehmen hat eine individuelle Persönlichkeit, die es zu entwickeln gilt. Modelle, Methoden und Strategien zu individualisieren bringt erheblich mehr Nutzen, als es Aufwand kostet. Die Vorstellung, dass es EINEN idealen Weg (Best Practice) zu egal welchem Thema geben könnte, ist altes Denken.

  • 9. Potenziale (Werde der du bist)
    Der Wunsch zu entdecken und auszuprobieren ist angeboren. Diese natürliche Neugier lebendig zu halten und die eigenen Potenziale zu erkunden, ist ein lebenslanger Prozess, aus dem sich von ganz allein neue Ziele und Perspektiven für unterschiedliche Lebensphasen entwickeln. Ziele die auf diesem Weg entstehen, haben keine Konkurrenzaspekte durch Vergleich mit anderen.

  • 10. Balance
    Balance bedeutet nicht die Mitte zwischen zwei Polaritäten zu halten, sondern beide Polaritäten ausgewogen zu leben und möglichst rhythmisch zu wechseln. Das Prinzip von Yin und Yang wechselt Anspannung, Anregung und Abwechslung ab mit Entspannung, Beständigkeit und innerer Einkehr. Das vollkommene Unverständnis dieses Prinzips drückt sich in der Wortschöpfung „Work-Life-Balance“ aus.

  • 11. Achtsamkeit
    Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wiederholte Gedanken, Gefühle und Handlungen erzeugen Muster, welche in der physikalischen Welt wirksam werden und sich immer wieder durchsetzen. Muster können konstruktiv oder destruktiv sein, sie zu bekämpfen macht sie nur stärker. Wer Ängste überwinden möchte, muss ihnen die Kraft durch Nicht-Beachtung entziehen und das gegenteilige Gefühl stärken.

  • 12.Wu wei
    Die mühelose Kraft ist ein daoistisches Prinzip, das sich mit Enthaltung aller gegen die Natur gerichteten Aktivitäten übersetzen lässt. Das Aktionspotential für Handlungen ist stets vorhanden, es bedarf nur der Intention, um es fließen zu lassen. Wu wei erkennt den richtigen Moment und lässt „die Handlung geschehen“. Es ist der Gegenentwurf zur Abarbeitung von to-do-Listen.

 

If you change the way you look at things, the things you look at change.

Dr. Wayne Dyer

 

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