Zukunftskompetenz erfordert Neues Denken

neues denken

Zukunftskompetenz basiert auf dem Verständnis von Komplexität. Das Verständnis ist abhängig von der Denkweise des Betrachters, weil Denken und Realität eins sind. Deshalb ist der Schlüssel für Zukunftsfähigkeit die Veränderung der Denkweise


Inhaltsübersicht

There is a vast difference between treating effects and adjusting the cause.

Daniel David Palmer


Was macht Zukunftskompetenz aus?

Komplexität ist das überragende Thema unserer Zeit. Fast könnte man annehmen, die Welt sei früher nicht komplex gewesen. Betriebswirtschaftslehre, Managementtheorie, Personalentwicklung, etc. basieren auf Zielorientierung, Planbarkeit und Effizienz. Diese Strategien haben jahrzehntelang hervorragende Ergebnisse geliefert, indem man Komplexität reduziert hat. Jetzt aber ist es anders, Komplexität zu reduzieren funktioniert nicht mehr und die Palette der Bedürfnisse, die befriedigt werden wollen, ist über materielle Versorgung hinausgewachsen.

Globalisierung und Digitalisierung erfordern neue Strukturen und Schnelligkeit. Themen wie Nachhaltigkeit, Werte, Sinn und Mitbestimmung sind zusätzliche, relevante Ingredienzien für unternehmerischen Erfolg geworden. Zu dem WAS ist ein WIE gekommen, welches nicht mehr auf Effizienz allein abzielt, sondern auch auf Qualität und Mühelosigkeit.

Lange hat es nicht interessiert, wie viele Ressourcen verbraucht wurden, um Ergebnisse zu erzielen. Jetzt werden die Nebenwirkungen mitbetrachtet: Umwelt, Klima und die Ressource Mensch. Zwei Drittel aller Deutschen leiden unter Stress, die Kurve psychischer Erkrankungen steigt seit Jahren und weniger als ein Viertel der Arbeitnehmer verspüren eine emotionale Bindung zum Arbeitgeber.

Unternehmen müssen also einen Weg finden, um Ökonomie und Ökologie zu verbinden. Sie müssen Multikulturalität, Pluralität und Selbstverantwortung von Mitarbeitern integrieren und dabei sinnstiftend agieren. Parallel zu diesen großen Umwälzungen müssen sie auch noch schneller, effizienter und innovativer werden. Das ist eine ganze Menge müssen, die sich mit den bekannten Denkmustern nicht bewerkstelligen lässt. Es steht ein Elefant mit der Aufschrift im Raum Wer sich jetzt nicht wandelt, wird in wenigen Jahren nicht mehr da sein.



Wie entwickelt man Zukunftskompetenz?

Um Zukunftskompetenz zu entwickeln, braucht es ein tiefergehendes Verständnis der Welt, ihrer Komplexität und ihrer Wirkprinzipien. Die sichtbare Welt ist gut erforscht, doch die nichtmaterielle Innenwelt und ihre Funktionalität sind weitestgehend unbekannt.

Ständig werden neue Methoden und Frameworks entwickelt, die versprechen, komplexe Herausforderungen zu lösen, gar Zukunftsicherheit zu liefern – was immer das sein mag. Tatsächlich sind es stets nur Variationen von bekannten Herangehensweisen, denn die zugrundeliegende Denklogik bleibt gleich. Methoden sind mechanistisch, kausal und systemisch. Um Komplexität meistern zu können, bedarf es aber einer metasystemischen Denklogik, welche die Linearität übersteigt und Lebendigkeit integriert. Das ist holistisches Denken.

Verschlimmbesserung durch Berater

Der Be­droh­ung des Un­ter­gangs durch mang­eln­de An­pas­sung muss be­geg­net werden. Ma­na­ge­ment Evan­ge­lis­ten, Inno­va­tions-Päps­te, Di­gi­ta­li­sie­rungs­gu­rus, Agi­li­täts­ma­ta­do­re, Denk­champions, Or­ga­ni­sa­tions­domp­teu­re, Kul­tur­flüs­ter­er und Mind­set-Ma­gier bie­ten Lö­sung­en. Ob es um sichere Entscheidungen in unsicheren Zeiten geht, die (vermeintlich) einzig praktikable Strategie für komplexe Probleme, Umsatzsicherung in Krisenzeiten, passende Mindsets für neue Organisationsformen oder gar das ganz große Why, das neuerdings PÖRPÖS heißt, sie wissen was zu tun ist, denn sie sind Bescheidwisser. Sie liefern Sicherheit und Orientierung in dieser rauen VUCA-Welt, denn das ist es, was der Kunde will.

Kunden brauchen Sicherheit

Der Kunde will konkrete Ansagen, er muss vorher wissen, was nachher rauskommt, was es kostet, wie lange es dauert und welche Nebenwirkungen es haben wird. Und das bekommt er auch. Egal wie unsinnig es ist, es wird prognostiziert, gemessen und weisgesagt. Berater liefern Modelle, Methoden, Strategien und neuerdings auch Persönlichkeitsbausteine in Trendfarben. Empathie ist wirklich gehabt, jetzt sollte es schon Demut sein. Vertrauen auch, und Offenheit und selbstverständlich Achtsamkeit. Wer 2020 noch kein Achtsamkeitstraining gemacht hat, der trägt bestimmt noch Tennissocken zum Anzug.

Diesen ganzen Zirkus subsummieren wir unter dem Stichwort Passung. Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler, höre ich immer wieder aus Beraterkreisen. Man selbst sei schon viel weiter in der Bewusstseinsentwicklung, aber der Kunde ja nicht. Er brauche diese Krücken / Bausteine / Geländer. Wollen wir es mal so stehen lassen.

Die Ziele sind das Problem

Was Berater und Kunden gleichermaßen nicht bedenken, ist dass es gerade die nicht sichtbaren, nicht messbaren, nicht planbaren Aspekte sind, die das Leben ausmachen. Leben besteht aus konkurrierenden Kräften, aus Wechselwirkungen, Polarität, Komplementarität, Rhythmen, Sprüngen und Bewusstsein.

Es ist so sinnlos und kräftezehrend, die Widersprüchlichkeit zu bekämpfen. Sie ist die Kraft, die Wachstum erzeugt, das ganze Universum ist so entstanden. Man muss die Umstände schaffen, welche die gewünschten Kräfte fördern, nicht die Dynamik lahmlegen.

Wenn uns Komplexitätsdenker erzählen, dass Komplexität nur durch Ausprobieren handhabbar ist, dann ist das schlicht unwahr. Es ist ihr Bewusstseinshorizont, nicht die Wirklichkeit. Der Beobachter und das Beobachtete sind eins.

Die Natur hat eine innere Ordnung, die das linear-kausale Denken übersteigt. Es ist eine höhere Sinnordnung und nicht die Ordnung nach Raum und Zeit.  Wer die inhärente Ordnung versteht und nicht gegen die Natur handelt, der erfährt die Leichtigkeit auf der anderen Seite der Komplexität, welche die Chinesen Wu-Wei und wir Wandel, ohne zu kämpfen nennen.

Der Welt ist es schnurz, welche Vorstellungen wir von ihr haben und dass wir denken, Planbarkeit und Sicherheit seien lebensnotwendig. Es geht nicht darum konkrete Ziele besser zu definieren und sie trotz Komplexität zu erreichen. Es geht darum, mit dem Kämpfen gegen die Natur aufzuhören und Komplexität zu nutzen, denn sie ist die Grundlage für ein erfülltes, sinnvolles Leben. Das ist der Paradigmenwechsel.

Paradigmenwechsel – Neues Denken

In der Ent­wick­lungs­ge­schich­te der Mensch­heit hat der Mensch mehr­fach seine Sicht auf die Welt ge­än­dert, in­dem er Na­tur­prin­zi­pien ver­stan­den und in­te­griert hat.

Der Kul­tur­an­thro­po­soph Jean Jean GebserGeb­ser hat be­reits Mit­te des ver­gang­en­en Jahr­hun­derts die Exis­tenz ei­nes Be­wusst­seins be­schrie­ben, das Ra­tio­na­li­tät über­schrei­tet und Spiri­tu­al­ität in­te­griert. Er nann­te die Ent­wick­lungs­stu­fe, die dem men­ta­len Zeit­al­ter folgt, in­te­gral. Das Pen­dant ho­lis­tisch nimmt ex­pli­zit Be­zug auf die Le­ben­dig­keit, die es zu in­te­grie­ren gilt, des­halb ver­wen­de ich die­sen Be­griff.

Was ist Spiritualität ?

Spiritualität (von lateinisch spiritus Geist ist laut Wikipedia die Suche, die Hinwendung, die unmittelbare Anschauung oder das subjektive Erleben einer sinnlich nicht fassbaren und rational nicht erklärbaren transzendenten Wirklichkeit, die der materiellen Welt zugrunde liegt.

Eine kognitive, logische oder gar wissenschaftliche Untersuchung des Gegenstands Geist scheint ausgeschlossen, darin sind sich Wikipedia und Gurus aller Coleur einig – doch sie irren. Thomas Metzinger, Philosophieprofessor der Uni Mainz bezeichnet Spiritualität als eine epistemische (erkenntnistheoretische) Eigenschaft von Menschen, die nicht glauben, sondern wissen wollen.

Spiritualität entmystifizieren

Auch ich wollte wissen und habe rund vierzig Jahre damit verbracht, Mystik zu entmystifizieren. Ich habe den Gegenstand Geist durch westliche und östliche Philosophie, vor allem aber durch die Dimension der Energie in einem interdisziplinären Studium erforscht. Heute benenne ich die Kriterien, die zeitlose Weisheit von Eso-Geschwurbel unterscheiden, so dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, selbst zu Wissen und  Erkenntnis über die Welt zu gelangen.

Wissenschaftler wie David Bohm, Fritjof Capra, C. F. von Weizäcker und viele andere haben ihre Fachkompetenz mit östlichem Wissen über  Spiritualität erweitert und damit bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen, die wissenschaftlich fundiert sind. Wir müssen nicht mehr hoffen und glauben, wir können wissen, weil es Wissenschaften wie die Quantenphysik, Neurobiologie und Bewusstseinsforschung gibt.

Allerdings müssen wir für dieses Wissen die Komfortzone des Alltagsbewusstseins verlassen und uns mit abstrakten Themen auseinandersetzen. Das ist der Preis der Freiheit.

Diese Wissenschaften haben bestätigt, was Mystiker schon vor tausenden von Jahren erkannt haben, aber nicht beweisen konnten. Die Ursubstanz der Welt ist Energie (Lebendigkeit) und nicht Materie. Energetische Felder unterliegen nicht linear-kausalen Zusammenhängen, sondern einer höheren, sinnhaften Ordnung.

Holistisches Denken in der Praxis

Um Komplexität handhaben zu können, muss man Spiritualität nicht in ihrer Tiefe durchdrungen haben. Für die Bedienung eines PC ist es auch nicht erforderlich, die Technologie eines Computers zu verstehen.

Die wichtigste Erkenntnis ist die, dass Kausalität nur für einen kleinen Teil der Welt das bestimmende Wirkprinzip ist, weil nur etwa 5% des Universums aus uns bekannten Energien und Materie bestehen.

Die Lebendigkeit der Komplexität kann erfasst werden, wenn man die Dinge nicht in ihre Einzelteile zerlegt, sondern in ihrer Gesamtheit BEOBACHTET. Rationales Denken trennt Subjekt und Objekt und deshalb kann der Versand Komplexität nicht begreifen.  

Fazit

Zukunftskompetenz besteht darin, mit Komplexität umgehen zu können. Das gelingt mit holistischem Denken, welches die Linearität des Verstandes überschreitet und die Dimension der Lebendigkeit integriert. Linear-kausales Denken ist keine universell gültige Denkstruktur, sondern nur für einen kleinen Bereich der Wirklichkeit funktional. 

Die Reduktion der Wirklichkeit auf linear-kausale Zusammenhänge ist verantwortlich für den miserablen Zustand der Welt. Klimawandel und Ressourcenmissbrauch, psychisches Leid durch fehlenden Sinn und unmotivierte Mitarbeiter in zwei Dritteln aller Unternehmen haben alle den selben Ursprung: Sie sind Folgen des Ignorierens  der energetischen Dimension, der Lebendigkeit. 

Insiderooms.de transformiert Unternehmen in lebendige, zukunftsfähige  Organisationen. Dieser Wandel gelingt ohne zu kämpfen, weil wir holistisch denken und die  implizit-unbewussten Dimensionen  integrieren. 


Nur vom Verwandelten können Verwandlungen ausgehen.

Kierkegaard

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