Kultur mit dem Bohmschen Dialog wandeln

Vier Personen mit transparenten Sprechblasen

Der Bohm­sche Dia­log ist ei­ne wirk­sa­me Me­tho­de, um Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zu inno­va­ti­ven Lösungen werden zu lassen. Er fördert eine of­fe­ne und ko­op­era­ti­ve Un­ter­neh­mens­kul­tur und formt Teams zu Einheiten. In die­sem Bei­trag wer­den der Pro­zess des Bohm­schen Dia­logs und sei­ne Vor­tei­le für Un­ter­neh­men er­läu­tert.

Inhaltsübersicht

Was ist die Intention des Bohmschen Dialogs?

Das Hauptanliegen des renommierten Physikers und Philosophen David Bohm bestand darin, das Wesen der Wirklichkeit und des Bewusstseins als eine dynamische und fortlaufende Entwicklung eines untrennbaren, sich ständig veränderndem System zu verstehen, das niemals statisch oder abgeschlossen ist. 

Der Denkende ist keinesfalls unabhängig oder vollständig getrennt von der Realität, über die er nachdenkt, er ist Beteiligter. Bohm definiert Dialog (dia = durch, logos = Wort) als freien Sinnfluss, der unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns fließt.

Der Dialog ergründet die Unterschiede in der Beziehung zwischen Denkendem und Wirklichkeit. Dadurch wird sowohl ein tieferes, gegenseitiges Verständnis entwickelt, als auch die Möglichkeit, andere Perspektiven einzunehmen. Der Bohmsche Dialog bietet einen inspirierenden Ansatz zur Konfliktlösung und zur Förderung einer positiven und kooperativen Unternehmenskultur. 

 

Kultur ist geteilte Bedeutung. Nehmen wir an, wir wären in der Lage, Bedeutungen frei zu teilen, ohne den zwanghaften Drang, unsere Sichtweise durchzusetzen oder sich an die der anderen anzupassen, und ohne Verzerrung und Selbsttäuschung. Wäre das nicht eine echte Revolution in der Kultur?"

David Bohm

 

Wie funktioniert der Bohmsche Dialog? 

David Bohm revolutionierte die Art und Weise, wie Menschen ihre Meinungsverschiedenheiten überwinden. Sein Dialogansatz geht über herkömmliche Diskussionen und Debatten hinaus und schafft einen Raum für tiefgreifende Verbindungen, echtes Verständnis und kreative Lösungen. Der Bohmsche Dialog erfordert von den Teilnehmern Geduld und Offenheit für unterschiedliche Perspektiven.

Der Fokus liegt nicht nur auf der Lösung des aktuellen Konflikts, sondern auch auf der Schaffung eines langfristigen Klimas der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Verständnisses. Es ist wichtig zu betonen, dass der Bohmsche Dialog Zeit und Engagement erfordert, um effektiv zu sein. Er transformiert das Miteinander von Menschen. 


Die Prinzipien des Bohmschen Dialogs

1. Aktives Zuhören

Aktives Zuhören ist ein wesentlicher Bestandteil des Bohmschen Dialogs. Es setzt zunächst einmal voraus, dass Menschen wahrnehmen, dass sie ihre Aufmerksamkeit auf Hören, Schauen und Spüren richten, und ihren ganzen Körper – und nicht nur die Sinne einbeziehen.

Man konzentriert sich voll und ganz auf das, was die andere Person sagt, ohne sie zu unterbrechen. Dazu gehört auch, dass man klärende Fragen stellt und das Gehörte reflektiert, um das gegenseitige Verständnis sicherzustellen.

Die meisten kennen das folgende Szenario aus Gruppengesprächen und Diskussionen. Während eine Person spricht, ist man selbst bereits dabei, eine Reaktion vorzubereiten. Man bewertet die Worte des Sprechenden, nimmt Gegenpositionen ein oder stimmt zu, und formuliert innerlich eine Antwort. Dabei passiert eines sicher nicht: das wirkliche Zuhören.

Wirkliches Nur-Zuhören ist eine aktive Leistung, die von unschätzbarem Wert ist. Es umfasst sich selbst, den anderen und dem Gruppenwesen zuzuhören. Das setzt Empathie, Kongruenz und Akzeptanz voraus. Die erste Bedingung aber ist Mut, denn wir laufen Gefahr, selbst verändert zu werden.

 

2. Suspendierung von Urteilen

Suspendieren bedeutet, die eigenen Überzeugungen und Vorurteile vorübergehend beiseite zu legen. Indem wir unsere Überzeugungen suspendieren, öffnen wir uns für neue Ideen und ermöglichen den freien Austausch von Meinungen.

Wir verzichten darauf, anderen das aufzunötigen, was wir beim Zuhören bei uns selber entdecken. Wir unterdrücken es aber auch nicht, wir halten unsere automatischen Reaktionen in der Schwebe und schauen, was sich sonst noch entfaltet.
 
Suspendieren ist aufrichtiges Interesse am Anderssein der anderen. Es geht um mehr als Toleranz, denn diese ist immer noch das Andere, das Nicht-Ich. Es geht um eine Öffnung über Toleranz hinaus. Suspension ist eine schwierige und beeindruckende Kunst.

3. Gemeinsames Erkunden

Indem wir unsere Annahmen und Überzeugungen mit allen teilen, verschaffen wir uns die Möglichkeit, sie neu zu erforschen. Die Ansichten der Anderen sind ebenfalls Interpretationen des zugrundeliegenden Impliziten, sie sind eine andere Facette des Ganzen.

Der Aspekt, dass das Andere nur eine andere Art und Weise ist, wie sich die implizite Realität äußert, verleiht dem Dialog die Qualität des Transformativen. Es eröffnet die Möglichkeit, zu denken: Das könnte ich auch sein. Das Nicht-Ich wird zum Auch-Ich.

Der Einsatz des Bohmschen Dialogs in der Kulturentwicklung

Die Wurzel von Streit und Konflikten liegt in der irrigen Annahme, dass es eine objektive Realität gebe, die unabhängig vom Denken existiere. Es wäre wünschenswert, schon Grundschulkindern beizubringen, dass dem nicht so ist.

Unser Glück und Leid ist davon abhängig, wie wir denken. Die Konditionierungen und Begrenzungen zu durchdringen, die die mentale Freiheit einschränken, ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Überall dort, wo Menschen zusammen sein oder -wirken wollen, kann man eine Denkkultur etablieren, die diesem Umstand Rechnung trägt.


Die Vorteile des Bohmschen Dialogs für Unternehmen

  • Förderung einer offenen und kooperativen Unternehmenskultur

  • Entwicklung von Verständnis und Respekt unter den Teammitgliedern

  • Entdeckung innovativer Lösungen durch gemeinsames Erkunden

  • Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen

  • Steigerung der Mitarbeiterbeteiligung und des Engagements

 

Unsere Arbeit mit dem Bohmschen Dialog

Bohm’s Modell liegt ein Idealismus zugrunde, der auf den ersten Blick mit unternehmerischem Effizienzdenken nicht gut zusammenpasst. Die Kosten einer unharmonischen Unternehmenskultur werden ja auch nicht ermittelt.

Konflikte dazu zu nutzen, das gegenseitige Verständnis zu erweitern, ist extrem effizient. Bei akuten Spannungen besteht auch das erforderliche Interesse, sich auseinanderzusetzen. Dabei zu lernen, dass dies auf konstruktive Art geschehen kann, die zu neuen Lösungen führt, ist vermutlich die sinnvollste Investition, die ein Unternehmen tätigen kann.

Der Bohmsche Dialog erfordert eine Atmosphäre von Vertrauen und Öffnung. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Konfliktsituationen besser gelöst werden können, wenn wir vorab Einzelgespräche führen, um die Art und Tiefe der Schwierigkeiten auszuloten.

Indem die Konfliktbeteiligten erleben, dass es aufrichtiges Interesse an ihren Beweggründen gibt, und nicht nur an ihrer Position, entsteht die Grundlage für den Prozess, der alte Muster wandelt.

Das Kernthema von Insiderooms ist Transformation. Das bedeutet – im Unterschied zu Change – den Denkrahmen zu erweitern und mehr Handlungsvarietät zu erlangen. Der Bohmsche Dialog ist ein wunderbares Tool, um Mitarbeiter aufeinander einzuschwingen, und die Unternehmenskultur auf ein neues Niveau zu heben.
 

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