Holis­tisches Den­ken ist Zu­kunfts­kom­pe­tenz

holistisches denken ist zukunftskompetenz

Holis­tisches Den­ken ist eine meta-systemische Abstraktionsstufe des Denkens. Sie überschreitet das lineare Ursache-Wirkung-Denken des Verstandes und integriert die implizit-unbewussten Dimensionen des Geistes. Holistisches Denken ist souverän im Umgang mit Komplexität und die Voraussetzung für VUCA-Kompetenz.

Inhaltsübersicht

Die Probleme unserer Zeit

Die gra­vieren­dsten Pro­ble­me in der Ar­beits­welt und im pri­va­ten Le­ben von Men­schen hei­ßen VUCA (Ver­än­der­lich­keit, Un­sicher­heit, Kom­plexi­tät und Am­bi­gui­tät), Stress und Sinnmangel. Die­se Pro­ble­me sind entstanden, weil linear-kausales Denken die metaphysische Dimension des Lebens nicht erfassen kann. Das rationale Zeitalter hat die Menschen von wesentlichen Bestandteilen des Lebens abgeschnitten, die aber Voraussetzung für Selbstentfaltung und Sinnbildung sind.

Ra­tio­na­les Den­ken hat drei besonders ausgeprägte Schwä­chen: Es ist nicht in der La­ge wi­der­sprüch­li­che Zie­le zu er­rei­chen, bei­spiels­wei­se Öko­no­mie und Öko­lo­gie zu ver­bin­den, um Klimawandel und Ressour­cenmiss­brauch zu stop­pen.

Es kann au­ßer­dem nicht mit un­ter­schied­li­chen Pers­pek­ti­ven und Wahr­hei­ten um­gehen. Deshalb sehen wir überall auf der Welt die selben Probleme: Menschen kämpfen, streiten und diskutieren, statt ko-kreative Lösungen umzusetzen.

Rationales Denken ist auf Ergebnisse und Effizienz ausgerichtet. Es fragt nicht nach den Nebenwirkungen, nach dem Preis, der tatsächlich gezahlt wird, um ein Ergebnis zu erreichen. Qualität interessiert ihn nur in Bezug auf das Ergebnis, nicht aber aber in Bezug auf die Anstrengung oder Mühelosigkeit, mit der das Ergebnis erreicht wird.

Aus einer wirtschaftlichen Betrachtung heraus ist es irrwitzig Arbeit so zu organisieren, dass zwei Drittel aller Angestellten nur noch Dienst nach Vorschrift machen und psychische Erkrankungen ständig zunehmen, wie Gallup Umfragen und Daten der Krankenkassen belegen.

Eine rationale Denkweise findet keine besseren Antworten, als Agilität einzuführen, wodurch die Belastungen weiter steigern. Es fehlt der Zugang zu den anderen Dimensionen des Lebens, zu den Potenzialen, dem Geist, der Verbindung und Sinn stiftet.

Rationales Denken hat keinen Zugang zu seinem Komplementär, dem Geist, der die Dinge verbindet und intrinsische Motivation und Sinn stiftet.


Die Lö­sung je­des kom­plex­en Pr­oblems liegt auf ei­ner kom­plexe­ren Stu­fe des Denkens, das ist ge­mein­sa­me Er­kennt­nis von Ky­ber­ne­tik und Be­wusst­seins­for­schung. Es geht jetzt al­so da­rum das Den­ken zu ver­än­dern, um die Pro­ble­me lö­sen zu kön­nen, die das ra­tio­na­le Den­ken her­vor­bringt. Zuerst schauen wir auf die Entwicklungsgeschichte des Denkens:

Denken 1.0 – Rationales Denken

Be­vor Men­schen ra­tio­nal dach­ten, ha­ben sie sich die Welt ma­gisch und später mythisch er­klärt. Mit Entwicklung des Bewusstseins richtete sich das Denken auf Dualität und Objektbezogenheit aus. Schließlich wurde das Ur­sache-Wir­kung-Prin­zip verstanden und metho­disch genut­zt. Al­le Me­tho­den ver­wen­den ein be­stimm­tes Wirk­prin­zip, ei­ne Me­cha­nik. Wenn A, dann B.

Aller­dings ist Kom­plexi­tät da­von ge­kenn­zeich­net, dass ge­nau das nicht funk­tio­niert, dass es nicht mög­lich ist Ursache und Wirkung zu definieren, weil die Dinge auf unbestimmt vielen Ebenen interagieren und auch neue Eigenschaften hervorbringen. Des­halb kann KEINE Me­thode eine Ant­wort auf Kom­plexi­tät sein, auch keine agi­le.

Hier fin­den Sie un­se­re Ar­ti­kel, wa­rum Agi­li­tät kei­ne funk­tio­na­le Zu­kunfts­stra­te­gie ist und Beyond agile - warum neue Software nichts nützt, wenn das Betriebssystem veraltet ist sowie der follow-up Artikel beyond agile - neue Methoden oder neues Denken.

Den­ken 2.0 – Sys­te­misches Den­ken

In den fünf­zi­ger Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts ent­deck­te man, dass Ver­hal­ten nicht nur durch die Wir­kung von Rei­zen auf die Per­sön­lich­keit ent­steht, son­dern auch durch Wech­sel­wir­kun­gen mit den um­ge­ben­den Sys­te­men. Den­ken 2.0 ent­stand, die Ab­strak­tions­stu­fe, wel­che die Funk­tions­wei­se von Sys­te­men ana­ly­siert.

Naturgemäß kann sich systemisches Denken nur mit den explizit-bewussten Aspekten der Wirklichkeit auseinandersetzen. Es basiert auf dem Verstand, der die Dinge als getrennt existierend betrachtet und ihre kausalen Beziehungen untereinander untersucht.

Systemisches Denken genügt also nicht, wenn Menschen involviert sind, weil menschliches Verhalten überwiegend von individuellem und kollektivem Unterbewusstsein gesteuert wird und nur zu ca. 5% von dem Verstand.

Denken 2.5 – Konstruktivistisches Denken

Die Weltsicht von Menschen bildet sich durch Erfahrungen und Überzeugungen, die unbewusst sind und deshalb weder ohne weiteres hinterfragt, noch modifiziert werden können. Die Forschung des Psychologen Clare W. Graves, die in dem Modell Spiral Dynamics kumuliert erläutert die Entstehung von unterschiedlichen Wertesystemen und Weltbildern.

Mehrere Strömungen des Konstruktivismus, einer Position der Erkenntnistheorie des 20. Jahrhunderts führten zu der Erkenntnis, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens konstruiert wird. Damit wurden die Eigenschaften eines Gegenstandes von außen nach innen verlagert; sie liegen in der Konstruktion des Betrachters und nicht in den Dingen selbst.

weltsichten nach gravesDie Ent­wick­lungs­stu­fe des kon­strukt­be­wussten, inte­gra­len Denkens (gelb) er­kennt die Kon­struk­tio­nen des Welt­bilds einer jeden Stufe und wertschätzt die Diversität der Perspektiven. Es ist die erste Entwicklungsstufe, welche die eigene Weltsicht nicht mehr absolut setzt und andersdenkende abwertet. Dadurch lassen sich kom­ple­xe Pro­ble­me fried­lich lö­sen – das ist ein ge­wal­ti­ger Sprung in der Ent­wick­lungs­ge­schich­te, aber noch nicht ge­nug, um al­le vor­ge­nann­ten Pro­ble­me lö­sen zu kön­nen.Bild: Spiral Dynamics revised


Geist – Die trans-rationale Intelligenz

Geist als Di­men­sion des Den­kens liegt jen­seits un­se­res Ver­stan­des, er ist trans-ra­tio­nal und da­mit nur den­jen­ig­en zu­gäng­lich, die den Verschluss des Verstandes, die Linearitätsschwelle durchbrochen haben (pinkfarbene Linie in den Grafiken).

Geist ist ei­ne an­de­re Di­men­sion als Raum und Zeit, des­halb gel­ten für den Geist an­de­re Na­tur­ge­set­ze. Geis­t ist nondual, unteilbar, unvergänglich, absolut, seiend. Geist ist in seinen Eigenschaften das Gegenstück (Komplementär) zum analysierenden, fragmentierenden Verstand. Damit ist er auch die Antwort auf die fundamentalen Probleme unserer Zeit.

Weil Geist unteilbar ist, unterliegt er nicht der Kausalität. Das Ursache-Wirkung-Prinzip setzt separate Subjekte und Objekte voraus, die in der Allverbundenheit des Geistes nicht existieren können. Mit diesem einfachen Nonkausalitätsaxiom des Geistes enttarnt man jeden Pseudo-Guru als Scharlatan, der Reichtum, Glück oder Gesundheit durch bestimmte Verhaltensweisen (Glauben, Meditieren, Wünschen) erzeugen möchte.
Echte Gurus haben die Linearitätsschwelle überschritten, sie denken in Allverbundenheit und Nondualität und nicht kausal. Trans-rationales Bewusstsein kann man nicht faken. Solange es nur eine Einsicht des Verstandes und keine Transformation des Bewusstseins ist, fällt man nach wenigen Sätzen in die wenn-dann-Logik des Verstandes zurück.

Weil Geist die Dinge nicht trennt, wie es der Verstand tut, kann er die Ganzheit von Systemen unmittelbar und mehrdimensional erkennen, was der Beschreibung des souveränem Umgangs mit Komplexität entspricht.

Der Mensch, der sich als geistiges und nicht mehr als materielles Wesen identifiziert ist in der Welt, ist ein Holon, ein lebendiges Ganzes eines größeren Holons. Es ist das Stadium der Selbsttranszendenz und entspricht dem zweiten Rang von Spiral Dynamics, dem Second-Tier Denken.

Der große Haken an der geistigen Dimension ist, dass man sie nicht schrittweise verstehen kann, weil sie nondual und unteilbar ist. Bevor man nicht das Ganze verstanden hat, hat man nichts verstanden. Deshalb befindet sich der überwiegende Teil der Menschheit auf der rationalen Seite und kämpft mit Komplexität, während einige, wenige Menschen auf der einfachen Seite der Komplexität sind. Es gibt nur Alles, oder Nichts.

Für diese Problematik bietet Insiderooms.de eine pragmatische Lösung: Materie und Geist, das Bewusste und das Unbewusste, das Duale und das Nonduale verschmelzen in der Dimension der Energie, auch Chi genannt. Chi macht den Unterschied zwischen Kämpfen und Fließen, zwischen Stress und Flow.


Den­ken 3.0 – Holistisches Denken

Die Welt ist ein lebendiges Ganzes aus Geist und Materie, die sich niemals trennen lassen, obwohl sie unterschiedlichen Logiken und Naturgesetzen folgen. Holistisches Denken hat die Qualität, die äußeren und inneren Prozesse gleichzeitig wahrnehmen zu können. Das ist eine Kompetenz, die über das Guru-Stadium hinausgeht, bei dem die geistige Innenwelt durch Rückzug von der Außenwelt erfahren wird.

Die lebendige Ganzheit ist die energetische Ebene, deren Funktionsweise wir durch fernöstliche Philosophie und Kulturtechniken erlernt haben. Holistisches Denken ist der Brückenschlag zwischen Geist und Materie, weil es erlernbar ist und den Flaschenhals der Selbsttranszendenz umschifft.

1+1=3 Materie und Geist erzeugen Chi

Diese einfache Formel erklärt den Unterschied zwischen rationalem, dualistischen Denken und holistischem Denken, welches die Einheit der Gegensätze auf der höheren Ebene erkennt.

yin yangJede Kraft trägt auch ihre Gegenkraft in sich und diese Kräfte tauschen sich permanent aus. Wird eine Kraft zu stark, kippt sie in ihr Gegenteil. Das erklärt, warum die rationale Welt voller Polarisierung und Kampf ist. Das Gewollte, Gewünschte zu benennen verstärkt auch das Ungewollte, Unerwünschte. Demokratien in aller Welt wundern sich über das Erstarken radikaler Kräfte an den Rändern, hier ist die Antwort. 

Holismus richtet die Aufmerksamkeit auf das Wohlergehen des Ganzen, ohne individuelle Bedürfnisse zu vernachlässigen. Es mag pa­ra­dox er­schei­nen, dass die Er­wei­te­rung des Blick­win­kels auf das Gan­ze und Be­ach­tung der Viel­schich­tig­keit dazu füh­ren, dass Pro­zes­se effek­ti­ver und effi­zien­ter ab­lau­fen, aber es ist so.

Holistisches Denken bewirkt organischen Wandel und den Shift zur zweiten Ebene des Seins, der Potenzialentfaltung. Dadurch entstehen Innovation und Kulturwandel. Es ist die ultimative Zukunftskompetenz für Unternehmen. Handeln im Einklang mit den Prinzipien der Natur nennen die Chinesen Wu-Wei. Wir nennen es holistisches Change Management oder Wandel, ohne zu kämpfen



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Literatur

Das Er­wachen der See­le, Gunda Scholdt
In­te­gra­le Spir­itu­ali­tät, Ken Wilber

 

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