Holis­tisches Den­ken be­deu­tet Zu­kunfts­kom­pe­tenz

holistisches denken


Holis­tisches Den­ken ist die mul­ti­ple In­telli­genz der See­le, wel­che In­tel­lek­tuali­tät und Spi­ri­tu­ali­tät ver­bindet. Sie kann die Viel­schich­tig­keit und Le­ben­dig­keit der kom­plex­en Welt er­fas­sen und ist sich der In­ter­de­pen­denz (wech­sel­sei­ti­ge Ab­häng­ig­keit) al­ler Phä­no­me­ne be­wusst. Mit holis­tischem Den­ken kön­nen Wohl­er­gehen für al­le Men­schen und die Na­tur er­reicht wer­den.

Die Pro­ble­me un­se­rer Zeit - Pro­dukte des ra­tio­na­len Den­kens

Die gra­vieren­dsten Pro­ble­me in der Ar­beits­welt und im pri­va­ten Le­ben von Men­schen hei­ßen VUCA (Ver­än­der­lich­keit, Un­sicher­heit, Kom­plexi­tät und Am­bi­gui­tät), Stress und Sinn­fin­dung. Die­se Pro­ble­me las­sen sich mit dem Ver­stand al­lein nicht lö­sen, weil sie viel­schich­tig sind und Wur­zeln in Di­men­sio­nen ha­ben, die der Ver­stand nicht er­rei­chen kann.  

Das ra­tio­na­le Den­ken hat wei­te­re Schwä­chen, von de­nen zwei be­son­ders her­vor­tre­ten: Es ist nicht in der La­ge wi­der­sprüch­li­che Zie­le zu er­rei­chen, bei­spiels­wei­se Öko­no­mie und Öko­lo­gie zu ver­bin­den, um den eno­rmen Ressour­cen­ver­brauch zu stop­pen. Es kann au­ßer­dem nicht mit un­ter­schied­li­chen Pers­pek­ti­ven und Wahr­hei­ten um­gehen, es gibt kei­nen kons­truk­ti­ven Um­gang mit Di­ver­si­tät.

Wir brau­chen neue Denk­struk­t­uren – kei­ne neu­en Me­tho­den

Die Lö­sung je­des kom­plex­en Pr­oblems liegt auf ei­ner kom­plexe­ren Stu­fe, das ist ge­mein­sa­me Er­kennt­nis von Ky­ber­ne­tik und Be­wusst­seins­for­schung. Es geht jetzt al­so da­rum das Den­ken zu ver­än­dern, um die Pro­ble­me lö­sen zu kön­nen, die das ra­tio­na­le Den­ken her­vor­bringt. 

Von der Ma­gie zum Ver­stand – Den­ken 1.0

Be­vor Men­schen ra­tio­nal dach­ten, ha­ben sie sich die Welt ma­gisch er­klärt. Dann en­tdeck­ten sie das Ur­sache-Wir­kung-Prin­zip und lern­ten es metho­disch zu nut­zen. Al­le Me­tho­den ver­wen­den ein be­stimm­tes Wirk­prin­zip, ei­ne Me­cha­nik. Wenn A, dann B.

Aller­dings ist Kom­plexi­tät da­von ge­kenn­zeich­net, dass ge­nau das nicht funk­tio­niert, dass es nicht mög­lich ist kon­kre­te Er­geb­nis­se vo­raus­zu­pla­nen. Des­halb kann KEINE Me­thode eine Ant­wort auf Kom­plexi­tät sein, auch keine agi­le. Hier fin­den Sie un­se­ren Ar­ti­kel, wa­rum Agi­li­tät kei­ne funk­tio­na­le Zu­kunfts­stra­te­gie ist.

Sys­te­misches Den­ken ent­spricht Den­ken 2.0

In den fünf­zi­ger Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts ent­deck­te man, dass Ver­hal­ten nicht nur durch die Wir­kung von Rei­zen auf die Per­sön­lich­keit ent­steht, son­dern auch durch Wech­sel­wir­kun­gen mit den um­ge­ben­den Sys­te­men. Den­ken 2.0 ent­stand, die Ab­strak­tions­stu­fe, wel­che die Funk­tions­wei­se von Sys­te­men ana­ly­siert.

Die Steu­er­ung von Sys­te­men ba­siert da­rauf, dass man ei­nen Soll-Zu­stand de­fi­niert, den das Sys­tem ide­aler­wei­se kon­stant hal­ten soll. Bei Ab­wei­chung greift ein Steuer­ungs­sy­stem re­gu­lie­rend ein. Die De­fi­ni­tion ei­nes Soll-Zu­stands ist aber nur mögl­ich, wenn die Sys­tem­um­ge­bung nicht stän­dig wech­selt. Ge­nau das ist der Fall in der VUCA-Welt.
Und nicht nur das au­ßen ver­än­dert sich, auch in­ner­halb kom­plex­er Sys­t­eme emer­gie­ren (em­por­stei­gen) neue Ei­gen­schaf­ten und Struk­tu­ren, die sich nicht auf die Ei­gen­schaf­ten der Sys­tem­ele­men­te zu­rück­füh­ren las­sen. Folg­lich ist auch sys­te­misches Den­ken un­ter­kom­plex für die VUCA-Welt. 

Meta-sys­te­misches Den­ken - Den­ken 2.5

Mit der in­te­gra­len Theo­rie ent­fal­te­te sich ein neu­er An­satz. Auf­bau­end auf der For­schung des ame­ri­ka­nisch­en Psy­cho­lo­gie­pro­fes­sors Clare W. Graves ent­deck­te man die spi­ral­för­mi­ge und hier­ar­chi­sche Struk­tur, mit der sich Denk­wei­sen und Welt­sich­ten ent­fal­ten. Je­de hö­he­re Ebe­ne um­schließt die vor­he­ri­gen Stu­fen und er­wei­tert sie.

weltsichten nach gravesMan stel­lte fest, dass sich ei­ne neue Ka­te­go­rie von Be­wusst­sein ent­wi­ckelt hat, die als Second-Tier Den­ken be­zeich­net wird.  Gel­be Den­ker se­hen das gan­ze Sys­tem und wert­schät­zen un­ter­schied­li­che Pers­pek­ti­ven. Sie ver­mö­gen Pers­pek­ti­ven zu ver­bin­den, wo­durch sich kom­ple­xe Pro­ble­me fried­lich lö­sen las­sen. Di­ver­si­tät wird in­te­griert – das ist ein ge­wal­ti­ger Sprung in der Ent­wick­lungs­ge­schich­te, aber noch nicht ge­nug, um al­le vor­ge­nann­ten Pro­ble­me lö­sen zu kön­nen.


Geist als Di­men­sion des Den­kens 

Die Le­ben­dig­keit und Viel­schich­tig­keit der Kom­plexi­tät las­sen sich zwar nicht mit dem Ver­stand, da­für aber mit dem Geist er­fas­sen. Der Ha­ken an der Sa­che ist, dass Geist als Di­men­sion des Den­kens jen­seits un­se­res Ver­stan­des liegt, er ist trans-ra­tio­nal und da­mit nur den­jen­ig­en zu­gäng­lich, die sich be­reits auf ei­ner hö­he­ren Be­wusst­seins­stu­fe be­fin­den. 

Geist ist ei­ne an­de­re Di­men­sion als Ma­te­rie, des­halb gel­ten für den Geist an­de­re Na­tur­ge­set­ze. Die Lo­gik des Geis­tes ist zir­ku­lär, al­les ist sich Ur­sache und Wir­kung zu­gleich. Das zen­tra­le Wirk­prin­zip des Geis­tes ist nicht Kau­sa­li­tät (Ur­sache-Wir­kung) son­dern Syn­chro­ni­zi­tät, die Ko­hä­renz (Stim­mig­keit) von in­nen und au­ßen.
 

Weil der Ver­stand die Qua­li­tät des Geis­tes nicht er­fas­sen kann, agiert er auch dort mit li­ne­ar­er Lo­gik, wo Nicht-Li­ne­ari­tät ge­for­dert ist.

Silke Nierfeld




Den­ken 3.0 - Die mul­ti­ple In­tel­li­genz der See­le

Un­ser Han­deln ist im­mer in die ma­te­riel­le Welt ein­ge­bun­den, des­halb brau­chen wir die Fä­hig­keit zwi­schen der Vier­di­men­sio­na­li­tät des Ver­stan­des und der hö­he­ren Di­men­sion des Geis­tes zu mo­du­lie­ren. Das ist die Qua­li­tät der See­le.

Die Ent­wick­lung der See­le er­folgt durch In­te­gra­tion der ver­schie­de­nen Kör­per (da­mit ist in den Weis­heits­tra­di­tio­nen ein Mo­dus der Er­fah­rung oder ein en­er­ge­ti­sches Ge­fühl ge­meint). Der phy­si­sche Kör­per ist grob­stoff­lich, der Ver­stand sub­til und der Geist kau­sal. Die Kör­per durch­drin­gen ein­and­er, auch wenn Ab­bil­dun­gen sie als Schich­ten dar­stel­len. 

An­mer­kung: Der Be­griff ­Kausalkörper bezeichnet das Ewige des Menschen, das er von Inkarnation zu Inkarnation weiterträgt. 

Seelen­kräf­te ent­fal­ten - vom Ich zum Selbst

Be­wuss­tseins­ent­wick­lung be­deu­tet grö­ße­re Zu­sam­men­hän­ge zu er­ken­nen und die Iden­ti­fi­ka­tion und da­mit die Sinn­fin­dung auf ei­ne hö­he­re Ebe­ne zu ver­la­gern. Der na­tür­liche Pro­zess inte­griert Kör­per, Emo­tio­nen und Men­tal zu ei­ner Per­sön­lich­keit, de­ren Haupt­inter­es­sen im Er­rei­chen per­sön­li­cher Zie­le lie­gen. Das Aus­ge­rich­tet­sein auf ego­is­ti­sche In­ter­essen er­klärt den Zu­stand un­se­rer Welt wohl am bes­ten.

Gä­be es nicht den evo­lu­tio­nä­ren Im­puls im Men­schen, könn­te man in Ruhe und Frie­den le­ben. Frü­her oder spä­ter set­zen je­doch Un­zu­frie­den­heit, Lee­re oder Leid ein. Dann ist es Zeit wei­ter­zu­geh­en, denn als du­ale Ma­te­rie-Geist We­sen wol­len Men­schen ihr vol­les Po­ten­zial aus­schöp­fen.

Mit der nächs­ten Stu­fe, dem Er­wa­chen der See­le än­dert sich die Hal­tung von Men­schen grund­le­gend. Das Er­ken­nen der In­ter­de­pen­denz al­ler Din­ge macht es un­mög­lich ego­is­tisch zu han­deln, wir sit­zen al­le in ei­nem Boot. Al­le Hand­lun­gen müs­sen auf das Wohl al­ler Men­schen und der Na­tur aus­ge­ich­tet sein, denn es gibt nur das EINE (one-mind).

Holis­ti­sches Den­ken er­zeugt Wohl­er­gehen für al­le

Ho­lis­tisches Den­ken be­deu­tet des­halb in der Pra­xis, kei­ne Hand­lung ge­gen et­was oder je­man­den zu rich­ten, son­dern stets das Wohl al­ler im Blick zu ha­ben. Es mag pa­ra­dox er­schei­nen, dass die Er­wei­te­rung des Blick­win­kels auf das Gan­ze und Be­ach­tung der Viel­schich­tig­keit dazu füh­ren, dass Pro­zes­se effek­ti­ver und effi­zien­ter ab­lau­fen, aber es ist so.

Min­des­tens 40 % Zeit und Geld kön­nen bei Change Pro­zes­sen ein­ge­spart wer­den, wenn holis­ti­sches statt ra­tio­na­lem Den­ken ein­ge­setzt wird. Die Stei­ge­rung von Mo­ti­va­tion und Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Un­ter­neh­men so­wie die Hei­lungs­pro­zes­se psy­chi­scher Ge­sund­heit sind noch nicht ein­ge­rech­net. Die Lö­sung lau­tet al­so Trans­for­m­ation – nicht Change, denn Trans­for­ma­tion be­deu­tet Zu­kunfts­fähig­keit.

Wan­del, ohne zu kämp­fen durch ho­lis­tisches Den­ken

Wir kom­bi­nie­ren ho­li­sti­sches De­nken mit dem Wis­sen um die Wirk­kräfte der Na­tur. Wer im Ein­klang mit der Na­tur han­delt, der be­wirkt Wan­del, ohne zu kämp­fen. Die Chi­ne­sen nen­nen es Wu Wei, wir nenn­en es holis­ti­sches Change Mana­ge­ment. Selbst­ver­ständ­lich sind Ex­per­ti­se und Er­fah­rung in Orga­ni­sa­tions­ent­wick­lung, Change Mana­ge­ment und Bu­siness Coach­ing auch an Bord, wenn wir Un­ter­neh­men bei ih­ren Trans­for­ma­tio­nen be­glei­ten.



Die größ­te Ent­schei­dung Dei­nes Le­bens liegt da­rin, dass Du Dein Le­ben än­dern kannst, in­dem Du Dei­ne Geis­tes­hal­tung än­derst.

Albert Schweitzer




Literatur

Das Er­wachen der See­le, Gunda Scholdt
In­te­gra­le Spir­itu­ali­tät, Ken Wilber

 

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