Second-Tier Thinker - Was ist das?

second tier thinker

Ge­mäß der Ent­wick­lungs­theo­rie Spiral Dynamics ent­wickelt sich die Mensch­heit in ei­ner Spi­ra­le von kom­plex­er wer­den­den Weltsichten, auch Werte-Meme  (WMeme) genannt. Der zweite Rang ist die Geburt eines neuen, inneren Menschen, dessen Denken eine weitere Dimension umfasst.

Dies ist der vierte Teil einer Serie über das Modell Spiral Dynamics.

Teil 1 Was sind WMeme nach Graves
Teil 2 Spiral Dynamics - Kurze Einführung
Teil 3 Integrales Denken - Was bedeutet das?


Inhaltsübersicht

Second-Tier – Denken zweiter Ordnung

Dieser Beitrag gibt nur teilweise die Lehre von Spiral Dynamics wieder. Das Modell ist ausgezeichnet in der Beschreibung der ersten sechs Subsistenzebenen, deren Aufmerksamkeit auf der Selbsterhaltung liegt. Entwicklung im ersten Rang findet statt durch fortschreitende Unterordnung älterer Verhaltenssysteme niedrigerer Ordnung unter neuere Systeme höherer Ordnung, wenn sich die existentiellen Probleme des Menschen verändern. 

Im First-Tier sind Verstand und Bewusstsein noch verschmolzen und der Verstand kann das Bewusstsein nicht wahrnehmen. Der Verstand ist mit der Körperlichkeit verschmolzen und löst sich mit dem Tod des individuellen Organismus auf. 

Im Second-Tier identifiziert sich der Mensch nicht mehr als materielles Wesen, das um seine Existenz kämpfen muss. geht es um ganz andere Themen, denn der Mensch. Second-Tier 

Im Second-Tier 

Das Modell legt den Beginn der zweiten Ordnung auf die gelbe, integrale Stufe, die wir für eine Übergangsstufe halten und in diesem Beitrag beschreiben. Unserer Ansicht nach beginnt die zweite Ordnung mit der türkisen, holistischen Stufe, die wir nachfolgend beschreiben.

Wir schildern hier eigene Erkenntnisse, die sich mit der Forschung der Quantenphysik decken, insbesondere David Bohm, sowie mit den Lehren von Jiddu Krishnamurti, einem der größten Denker des vergangenen Jahrhunderts.

Mit dem zweiten-Rang (Second-Tier) kommt es zu einer radikalen Veränderung des Bewusstseins. Die Schwelle des Denkens in linear-kausalen Zusammenhängen wird überschritten, wodurch Konzepte von Nonlokalität und Nichtkontinuität verständlich werden, die aus der Quantenphysik bekannt sind.

Die implizite, holistische Ordnung der Welt

Es zeigt sich eine neue Weltanschauung bezüglich der Ordnung des Universums. Raum und Zeit sind nicht länger die bestimmenden Faktoren zur Festlegung von Abhängigkeiten verschiedener Elemente untereinander. Stattdessen ist die Gesamtordnung implizit in jedem Raum- und Zeitabschnitt enthalten und diese implizite Ordnung wird als die primäre angesehen. Das Ganze ist also in jedem Einzelnen eingefaltet, so dass jedes Element, das wir abstrahieren können, Grundeigenschaften hat, die vom Gesamten abhängen wir die Organe eines Lebewesens und nicht wie die Teile einer Maschine. Auszug aus David Bohm Die Implizite Ordnung - Grundlagen eines ganzheitlichen Weltbilds

Geist über Materie

Es wird offensichtlich, dass Geist – nicht Materie – der Urstoff der Welt ist  und dass Materie nur eine vorübergehende Manifestation des Geistes ist. Alle früheren Ansichten über die Welt erscheinen fehlerhaft und überflüssig. Die Allverbundenheit und Nondualität der Wirklichkeit werden zum bestimmenden Prinzip. Das Überschreiten des personalen Bewusstseins bewirkt Einsicht in die absolute Wirklichkeit, in die Dinge hinter den Dingen.


Der Beobachter und das Beobachtete sind eins

Dieses Zitat von Krishnamurti fasst zusammen, dass es keine Realität gibt, die getrennt vom Denkenden existiert. Realität und Bewusstsein sind eins. Der Begriff Paradigmenwechsel ist nicht ausreichend, um den fundamentalen Unterschied dieser Weltsicht zu beschreiben. Die Metapher von der Raupe, die zum Schmetterling wird, kommt der Sache am nächsten.


Beobachter und Beobachtetes sind vielmehr miteinander verschmelzende und sich gegenseitig durchdringende Aspekte einer einzigen ganzen Realität, die unteilbar und unzerlegbar ist.

David Bohm, 1917 - 1992, Quantenphysiker und Philosoph


Mit der Erkenntnis, dass Bewusstsein und Realität eins sind erklärt sich, warum überall auf der Welt gestritten und gekämpft wird. Es kann keine einvernehmlichen, vernünftigen Lösungen geben, wenn der Gegenstand Realität eine subjektive Konstruktion und keine objektive Wirklichkeit ist.

Psychosomatische Veränderung

In dem Entwicklungsprozess der Ichtranszendenz findet sowohl psychische, als auch physische  Transformation statt. Bewusstsein ist das offene Nichtwissen, auf das jede Erfahrung geschrieben wird. Dafür muss der Mensch sein Wollen und sein Denken aufgeben, sämtliche bewussten und unbewussten Annahmen darüber, wie die Welt ist oder sein sollte. 

Die Erweckung der Kundalinikraft, ein psychosomatisches Kraftzentrum, das jedem Menschen innewohnt, ist Ursache und Treiber der Veränderung. Der Körper verändert seine neuronale Vernetzung und aktiviert Gehirnregionen, die vorher nicht genutzt wurden, auch der Hautwiderstand ändert sich.

Second-Tier Denker nehmen die Welt weniger über ihre Sinne wahr, sondern verstärkt durch Resonanz mit Energiefeldern, sowie Beobachtung. Sie erleben sich als Holon, als ein lebendiges Ganzes der lebendigen, bewussten Natur, so wie ein Organ eines Körpers.

Unmittelbares Gewahrsein, die vollkommene Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment ist die einzige Möglichkeit, die Welt so wahrzunehmen, wie sie ist. Sobald Gedanken oder Gefühle im Spiel sind, befindet sich der Mensch in seiner Weltbildkonstruktion, die aus gespeicherten, unbewussten Mustern besteht. Unmittelbarkeit ist also die Strategie für ALLE Menschen, dem Drama des dualistischen Denkens zu entkommen.

  

Aufmerksamkeit ist also gleichbedeutend mit völliger Konfliktfreiheit, einem geistigen Zustand, in dem Zielgerichtetheit und Willen keinen Platz haben.

Krishnamurti


Türkises Denken ist die holistische Weltsicht

Türkise Denker sind auf Lebendigkeit (Kohärenz) ausgerichtet und das Wohl aller Lebewesen. Wahrhaftigkeit, Demut, zu wissen was man nicht weiß und (wieder­ent­deckte) Einfachheit sind ihre zentralen Werte.

Türkise Denker müssen damit leben, dass ihre Lösungen ständig abgewertet werden, weil First-Tier Denker komplexere Lösungen generell  für Spinnerei halten. 
 

Wie handeln türkise Denker?

Die Haltung des türkisen Denkers ist auf das große Ziel ausgerichtet, auf das über­geord­nete Wohl der Welt, die er als ein einziges Ökosystem betrachtet. Er kann sowohl als Leader, als auch als Facilitator agieren, weil er nicht von Macht­willen, sondern von Wahrhaftigkeit geleitet wird.

Der türkise Denker ist sich bewusst, dass die Welt aus polaren Kräften besteht, die zusammengehören, wie es im Taiji Symbol ausgedrückt wird. Er ist bemüht, niemals gegen – sondern immer im Einklang mit den Kräften der Natur zu handeln. 

Was folgt nach Türkis?

Eine der Kernaussagen der Bewusstseinstheorie Spiral Dynamics ist die Offenheit der Spirale; die Möglichkeit der Emergenz weiterer Ebenen. Die Stufe nach Türkis wurde bereits mit Koralle bezeichnet. Welche Charakteristika damit verbunden sind, wird leider nicht ausgeführt. Wir denken, dass Koralle die höchste Stufe ist, das Tao, dem keine weitere Bewusstseinsstufe folgen wird, weil das Tao das Ganze ist.

Holistisch Handeln ohne Second-Tier Denker zu sein

In Einklang mit der holistischen Natur zu handeln ist der Weg zur Fülle und Leichtigkeit des Lebens. Statt Menschen durch den Prozess der Bewusstseinsentwicklung zu boxen (was wir früher auch versucht haben und GARANTIERT nicht funktioniert) haben wir eine pragmatische Lösung entwickelt.

Drei untrennbare Dimensionen der WirklichkeitWir arbeiten mit Energie, denn jeder Mensch ist an die universelle Energie angekoppelt. Wenn die Dinge fließen und nicht erkämpft werden müssen, erlebt man Flow und  das bedeutet im Einklang mit der holistischen Ordnung zu sein.


Unser Konzept des Holistischen Change Managements transformiert Unternehmen in lebendige, zukunftsfähige Organisationen ohne zermürbende Veränderungsprozesse. Es integriert die energetische Dimension in den Unternehmensalltag, wodurch sich das Innen, die Atmosphäre und der Teamspirit ändern. Blockaden werden gelöst und schnelle, mühelose Veränderungen bewirkt.

Fazit

Second-Tier Denken ist der Sprung von den Subsistenzebenen des Bewusstseins zur Potenzialentfaltung durch die geistige Dimension. Denken im zweiten Rang erkennt eine holistische Weltordnung sowie die Äquivalenz von Realität und Bewusstsein. 
Second-Tier Denken ist souverän im Umgang mit Komplexität und hat die Qualität, die Probleme zu lösen, die durch rationales Denken verursacht wurden. Es ist der Paradigmenwechsel, der die signifikanten Probleme unserer Zeit zu lösen vermag. 

Quellen: Spiral Dynamcis, Don Edward Beck und Christopher Cowan
http://secret-wiki.de/wiki/Spiral_Dynamics
Die implizite Ordnung - Grundlagen eines ganzheitlichen Weltbilds, David Bohm


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