Individuation nach Carl Gustav Jung

Individuation nach C.G.Jung

Der In­di­vi­du­ations­pro­zess von la­tei­nisch indi­vi­du­are sich un­teil­bar/un­trenn­bar machen ist die Ent­wick­lung des Men­schen zu et­was Ein­zig­ar­tigem, zu dem Indi­vi­duum, wel­ches er wirklich ist. Das Zitat Werde, der du bist geht auf den griechischen Dichter Pindar (522 v.Chr. - 445 v.Chr.) zurück und wurde von vielen Denkern, so auch von Jung aufgegriffen. Es meint, erkenne das Potenzial, das in dir steckt.

Der Individuationsprozess wird von folgenden Charakteristika geprägt: 

  • Die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit ist ein lebenslanger Differenzierungsprozess. Seine Persönlichkeit zu entwickeln bedeutet, Fragmentierung zu überwinden und Gegensätze zu vereinbaren.

  • Eine individuierte Persönlichkeit gibt kein einheitliches Bild ab, sondern ist voller Widersprüche. Ziel der Individuation ist es, in die Mitte zu kommen und die Widersprüche zu integrieren.

  • Ein Inhalt kann nur integriert werden, wenn er nicht nur intellektuell erfasst, sondern auch in seinem Gefühlswert transformiert wurde.

  • Der Individuationsprozess gibt Antwort auf die Frage  Wer bin ich außer dem, was ich ohnehin von mir selber weiß. Individuation ist eine Notwendigkeit für das Gelingen der individuellen Lebensaufgabe.

  • Unterbleibt die Individuation und wird das Leben stattdessen an kollektiven Maßstäben ausgerichtet, so erzeugt das Unbewusste Symptome (Krankheiten, Krisen) mit der Zielsetzung, eine Veränderung der Lebensumstände zu verursachen, damit die Lebensaufgabe doch noch erreicht werden kann.

  • Individuation sollte nicht mit Individualismus verwechselt werden, denn Individualismus ist das absichtliche Hervorheben und Betonen vermeintlicher Eigenarten. Individuation hingegen ist die Herausbildung des Besonderen - jedoch nicht einer gesuchten Besonderheit, sondern einer, die a priori angelegt ist.

  • Ein individuierter, ganz gewordener Mensch stellt seine Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit und dient dem Wohle aller in wesentlich höherem Maße, als es ohne die Herausbildung der Eigenarten je möglich gewesen wäre.

Individuierte Mitarbeiter sichern die Zukunft von  Unternehmen

Menschen, die der Entwicklung ihres Potenzials viel Aufmerksamkeit schenken, sind eine Bereicherung. Sie schauen über den Tellerrand, entfalten interdisziplinäres Können und finden Lösungen außerhalb eingetretener Pfade.

Als man Zukunft noch für planbar hielt, bevorzugte man pflegeleichte Mitarbeiter, mit weniger Eigenständigkeit. Diese Personalpolitik hat dazu geführt, dass heute Change Prozesse konzipiert werden müssen, die das aufholen sollen, was an organischem Wandel verhindert wurde.

Allerdings werden die Change Prozesse mit derselben Logik konzipiert, wie die frühere Personalpolitik. Man benennt das Bekannte, Erwünschte, Gewollte und wundert sich über das massive Auftreten des Unbekannten, Unerwünschten und Ungewollten. 

Noch immer hat sich nicht herumgesprochen, dass die Welt nicht mechanistisch ist, so dass sie mit Ursache-Wirkung-Denken zu verändern wäre. Die Welt besteht aus kompetitiven Energien, deren Beeinflussung eine völlig andere Denkweise voraussetzt.

Wir bewirken Wandel, ohne zu kämpfen, weil wir eine holistische Denkweise haben, die Transformation statt Change bewirkt. Transformation richtet sich auf die allesverbindende, nicht teilbare Dimension des Geistes auf und überwindet dadurch die egoistischen Grabenkämpfe rationaler Perspektiven. 

Quellen: CG Jung-Stuttgart, Dr. Wischermann, C.G. Jung Die Beziehungen zwischen dem Selbst und dem Unbewussten


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