Von Silke Nierfeld | 05.04.2024 | Lesezeit ca. 5 Minuten

Transformation zur Wandlungsfähigkeit

Holistisches Change Management ist eine neue Art der Transformation, die Unternehmen in lebendige, zukunftsfähige Organisationen mit einer Kultur der Leistungsfreude verwandelt. Der Wandel gelingt ohne zermürbende Change Prozesse, weil er keiner Ideologie folgt, sondern das Gegenteil tut: Er bezieht alle Dimensionen des Seins ein – und das beendet den Kampf gegen das Unbewusste.

Der Fünf-Elemente-Zyklus für Organisationen

Zukunftsfähig durch Wandlungsfähigkeit

Die Welt verändert sich rasant und die meisten Unternehmen sind sich bewusst, dass auch sie sich verändern müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. Neben der Digitalisierung und den neuen Technologien stehen dabei drei Aspekte im Mittelpunkt:

AufzählungszeichenDie Erhöhung der Innovationsgeschwindigkeit

AufzählungszeichenDie Attraktivität als Arbeitgeber für neue Arbeitnehmergenerationen

AufzählungszeichenDer Wertewandel in der Gesellschaft, die eine Verbindung von Ökonomie mit Ökologie und Gemeinwohl erwartet.

Es zeugt von unserer Naivität in Bezug auf die Kultur, dass wir glauben, wir könnten sie verändern, indem wir einfach neue Werte verkünden. Solche Erklärungen erzeugen in der Regel nur Zynismus.

Peter Senge

Warum scheitern herkömmliche Change Prozesse?

Change Prozesse werden mit den gleichen Strategien konzipiert, die die Probleme unserer Zeit hervorgebracht haben: Umweltzerstörung, chronischer Stress, Konflikte und fehlender Lebenssinn. Ihr gemeinsamer Nenner ist der Verlust von Lebendigkeit durch Komplexitätsreduktion.

Ursache ist die begrenzende und dysfunktionale Funktionsweise des Verstandes, die ein völlig verzerrtes Weltbild erzeugt. Der Artikel Changing the Game beschreibt, wie man von dieser zerstörerischen Logik zu einem Leben im Einklang mit der Natur gelangt.

Was macht holistisches Change Management aus?

Holistisches Change Management ist die Verwandlung des Alltags durch Einklang mit der Natur. Es ist der Verzicht auf Komplexitätsreduktion und die Fokussierung des Wesentlichen, der Lebendigkeit.

Die Denklogik der Komplexität und Lebendigkeit ist das schöpferische Second-Tier Denken. Es entsteht durch die Befreiung von allen Konditionierungen des Verstandes und die Rückkehr zum ursprünglichen, unwandelbaren Geist, der von raumzeitlichen Bedingungen unberührt ist. Im Taoismus spricht man vom Herumdrehen des Lichtes.

Jede Kraft trägt ihre Gegenkraft in sich. Rationale Strategien rufen also zwangsläufig Widerstände hervor. Mit holistischem Denken baut man eine Brücke zwischen mentalen Strategien und der Unbegrenztheit des Second-Tier Denkens. Es ist der pragmatische Umgang mit Komplexität, der unmittelbare Verbesserungen bewirkt.

Verändern können wir Bauwerke und Maschinen, aber nichts, was lebendig ist. Denn alles, was lebt, kann sich nur selbst verändern, indem es sich verwandelt.

Gerald Hüther

Wie funktioniert holistisches Change Management?

Bewusstsein ist äquivalent mit Energie und alles ist Ausdruck von Energie oder Schwingung. Wir arbeiten mit dieser Energie. Sie zeigt sich in den Räumen, in der Atmosphäre, dem Teamspirit, der Vision, der Leistungsfreude, dem Kohärenz-Gefühl, in jedem Verhalten.

Die Wirklichkeit besteht aus Schwingungen oder Frequenzen, die ihre jeweiligen Entsprechungen anziehen. Es geht also darum, die innere Schwingungsqualität zu verbessern und aus einer Haltung der inneren Ruhe, Klarheit und Liebe heraus zu handeln.

Leben entsteht aus der Spannung zwischen Polaritäten. Lebensqualität durch ihre Synthese, sie wandelt Spannung in harmonische Schwingung. Über Meinungen und Standpunkte zu streiten, ist vollkommen sinnlos; sie sind nur Teilwahrheiten – der Sinn liegt im Ganzen. Alle Gegensätze drücken eine implizite Einheit aus. Den jeweiligen Gegenpol zu integrieren, führt zu innerem Wachstum und höheren Freiheitsgraden.

Dieses synthetisierende Denken wandelt den Alltag. Die Wirklichkeit basiert auf dem Resonanzprinzip. Je harmonischer die eigene Schwingung, desto leichter das Leben. In den Köpfen herrscht aber immer noch die Vorstellung, dass Leichtigkeit etwas für die Freizeit ist und im Beruf andere Regeln gelten. Das eigentliche Problem ist die Vorstellung, dass irgendetwas getrennt ist. Das ist die Illusion, die durch rationales Denken entsteht.

Jene, die nicht bereit sind, ihr Denken zu ändern, vermögen überhaupt nie etwas zu ändern.

George Bernard Shaw

Was sind die wesentlichen Unterschiede?

Zunächst muss man lernen, das Falsche zu lassen. Dieses Falsche wird seit Jahrzehnten praktiziert und an den Universitäten gelehrt. Man kann also nicht erwarten, dass es von heute auf morgen verschwindet:

AufzählungszeichenDas Denken in Zielerreichungslogiken des Verstandes, obwohl Lebensqualität von der Lebensenergie und ihrem ewigen Wandel abhängig ist.

AufzählungszeichenDie Reduktion auf das Konkrete, Bestimmte, Gewollte, obwohl nichts ohne sein Gegenteil existiert.

AufzählungszeichenDas Beharren auf Eindeutigkeit, das in Wirklichkeit Einseitigkeit ist, denn die Natur des Seins ist doppelsinnig.

AufzählungszeichenDie Fokussierung einzelner Aspekte, obwohl es um die Beziehungen zwischen den Dingen geht.

AufzählungszeichenDer Glaube an Methoden, obwohl die Welt komplex – und nicht mechanisch ist.

AufzählungszeichenDie Illusion eines objektiven Weltbilds, obwohl keine Beobachtung ohne Beobachter gemacht werden kann.

AufzählungszeichenDie Anmaßung, das Leben eigenmächtig steuern und kontrollieren zu können, wo wir doch nur Teile (Holone) der sich selbstorganisierenden Natur sind.

Was sind die größten Herausforderungen?

Aus Gründen, die zu den tiefsten Mysterien des Lebens gehören, tun Menschen beinah alles, und sei es noch so absurd, um ihre leidvollen Identifikationen aufrechtzuerhalten. Nach anfänglicher Offenheit und ersten Veränderungserfolgen schlägt das Pendel in die Gegenrichtung aus und das kaskadierende Abwehrsystem des Egos zieht alle Register, um den Prozess abzuwürgen.

Einen Veränderungsprozess abzubrechen oder ihm das nötige Engagement zu entziehen, ist für eine Organisation keine Rückkehr zum Ausgangspunkt. Es ist eine tiefgreifende Beschädigung ihrer wichtigsten Ressource, des Vertrauens der Mitarbeiter. Um dieses immer wiederkehrende Paradoxon von Leidensdruck und Lösungsunwilligkeit zu überwinden, muss man sich bewusst machen, dass der Leidensdruck von der eigenen Seele erzeugt wird. Sie drückt aus, dass man nicht in der Wahrheit ist, und die Seele geht nicht weg.

Fazit Holistisches Change Management

Holistisches Change Management ist keine Theorie, sondern die Befreiung von mentalen Konstrukten. Es nutzt die Dynamik der Wirklichkeit, statt sie zu bekämpfen. Unternehmen verwandeln sich in Orte der Leistungsfreude, weil der Alltag entstresst wird. Das macht sie lebendiger, schneller und innovativer. Mit einer Kultur der Wandlungsfähigkeit meistern Unternehmen Komplexität und sind fit für die Zukunft.