VUCA-Welt Kompetenz

vuca-welt kompetenz

VUCA-Welt ist ein Begriff, der die Herausforderungen beschreibt, die mit den Eigenschaften von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität einhergehen. In diesem Artikel werden die 12 Prinzipien vorgestellt, die einen souveränen Umgang mit der VUCA-Welt ermöglichen. Sie bilden die Grundlage unseres Angebots im Bereich des Holistischen Change Managements

Inhaltsübersicht

Was ist die VUCA-Welt?

VUCA ist eine Wortschöpfung aus den Worten

  • Volatility (Unbeständigkeit)

  • Uncertainty (Unsicherheit)

  • Complexity (Komplexität)

  • Ambiguity (Nichteindeutigkeit)

Das Acronym wurde vom amerikanischen Militär geprägt, um die Schwierigkeit zu beschreiben, mit beweglichen, nicht eindeutigen, komplexen und unsicheren Zielen umzugehen. Da VUCA-Welt die Überforderung von Menschen und Unternehmen bei der Gestaltung der Zukunft treffend schildert, ist der Ausdruck in den allgemeinen Sprachgebrauch eingezogen.

Was bedeutet VUCA-Welt ?

Der Begriff VUCA-Welt ist das Eingeständnis, dass die Newtonsche Physik die Welt nicht vollständig erklären kann. Für das Verständnis von Komplexität braucht es einen Paradigmenwechsel, den die Quantentheorie eingeleitet hat. Wie Relativitätstheorie und Quantentheorie in einer Meta-Theorie verbunden werden können, ist auch für die Wissenschaft noch völlig unklar.

Führen in der VUCA-Welt

Führen in der VUCA-Welt erfordert eine andere Art des Denkens und Handelns. Agilität, die häufig als Antwort auf Komplexität gesehen wird, ist nur ein Teil der Lösung. Es erfordert auch die Fähigkeit, die Veränderungen zu antizipieren und vorausschauend zu handeln, um die Auswirkungen auf das Unternehmen abzuschätzen. In diesem Artikel beschreiben wir, warum Agilität nur ein Anfang, aber keine Lösung ist.
 

Die 12 Prinzipien der VUCA-Welt Kompetenz

  • 1. Offenheit
    Jede Perspektive ist ein Fraktal des Ganzen. Daraus folgt, dass jederzeit neue Aspekte in Erscheinung treten können, die die Bewertung auch die Richtung verändern. Es ist notwendig, sich selbst und die Dinge immer wieder zu hinterfragen. Je mehr Details einbezogen werden, desto besser. Für jede Interpretation einer Situation gibt es mindestens eine dritte Lösung neben dem entweder – oder, meistens aber noch einige mehr.

     

  • 2. Flexibilität
    Die Offenheit für ständige Veränderungen muss Flexibilität mit sich bringen. Je langfristiger Planungen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie verändert werden müssen. Durch einen kontinuierlichen Wechsel der Perspektiven zwischen der Macroebene, die das Ganze im Blick hält, zur Microebene, welche Handlung ermöglicht, wird nichts übersehen.

     

  • 3. Mut (Antifragilität)
    Antifragilität hat eine positive Einstellung gegenüber Zufälligkeit und Ungewissheit. Es ist pro-aktiv und setzt nicht auf frühere Erfahrungen. Komplexität schafft ständig neue Herausforderungen, es hat keinen Sinn, nach Erfahrungen zu suchen , die unter anderen Umständen stattgefunden haben. Mut und die Fähigkeit Lösungen für völlig unbekannte Situationen kreieren zu können, sind eine der wichtigsten Kompetenzen in der VUCA-Welt.

     

  • 4. Unmittelbarkeit
    Weil jedes Problem durch die Perspektive des Betrachters beeinflusst wird, liegt die Lösung darin, die Dinge nicht mit dem Verstand zu analysieren. Der Verstand ist keine unbeteiligter Beobachter, er überlagert die Wirklichkeit mit seinen gespeicherten, unbewussten Annahmen und Erfahrungen. Das unmittelbare Gewahrsein, die volle Aufmerksamkeit auf die Situation zu richten ist der optimale Weg, die Dinge zu erfassen.
    Unmittelbarkeit bedeutet auch, auftretende Ideen sofort umzusetzen, statt sie für später zurückzustellen. Die Konstellation, die zu der Idee geführt hat, kann einmalig gewesen sein. In jedem Fall ist der Energieaufwand, den Gedanken erst abzulegen und ihn später wieder aufzunehmen viel höher.

     

  • 5. Kohärenz
    Kohärenz ist die Stimmigkeit von Denken, Fühlen und Handeln. Mit dem Kohärenzgefühl lassen sich Unstimmigkeiten schon in ihren Ansätzen identifizieren, noch bevor sich ein Problem manifestiert hat. Kohärenzfähigkeit bedeutet innere und äußere Muster erkennen – und aufeinander abstimmen zu können. Synchronizität, die Gleichzeitigkeit innerer und äußerer Muster ist das Wirkprinzip der Komplexität.  

     

  • 6. Vielseitigkeit (Versatilität) 
    Es ist nicht genug, seine Kompetenzen schnell umsetzen zu können (Agilität), sie müssen auch permanent erweitert werden. Lebenslanges Lernen sollte eine Selbstverständlichkeit sein, die Menschen aus Freude betreiben. Indem Kompetenzen auf mehreren Gebieten erworben werden, kann der Mensch auf Veränderungen reagieren, die außerhalb seines Einflussbereiches liegen. 

     

  • 7. Identifikation
    Alles was ich tue, muss für mich wertvoll sein und ich tue es, weil ich es wichtig finde. Sein Wirken in einen größeren Zusammenhang zu stellen erzeugt Sinn. Der Beruf wird nicht nur als ökonomische Notwendigkeit verstanden, sondern als Ausdrucksform der Selbstverwirklichung. Wenn die Dinge, die man tut, aus eigenem Interesse erfolgen, dann gehen sie leicht von der Hand. 

     

  • 8. Individualität
    Jeder Mensch und auch jedes Unternehmen sind Unikate mit einer individuellen Innerlichkeit. Standardisierte Modelle, Methoden und Strategien zerstören ein Stück dieser Einzigartigkeit. Es ist wesentlich ökonomischer, die Modelle den Individuen anzupassen als die Verluste von Motivation und Vitalität durch Best Practice Strategien zu tragen. 

     

  • 9. Potenziale (Werde der du bist)
    Der Wunsch zu entdecken und auszuprobieren ist angeboren. Diese natürliche Neugier lebendig zu halten und die eigenen Potenziale zu erkunden, ist ein lebenslanger Prozess, aus dem sich von ganz allein neue Ziele und Perspektiven für unterschiedliche Lebensphasen entwickeln. Veränderung ist Wachstum und nicht Ausdruck von Unbeständigkeit.

     

  • 10. Balance
    Balance bedeutet nicht die Mitte zwischen zwei Polaritäten zu halten, sondern beide Polaritäten ausgewogen zu leben und zu wechseln. Das Prinzip Yang steht für Zielgerichtetheit, Anspannung und  Anregung. Es sollte in Korrelation stehen mit Absichtslosigkeit,  Entspannung und innerer Einkehr (Yin).

     

  • 11. Achtsamkeit
    Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wiederholte Gedanken, Gefühle und Handlungen erzeugen Muster, welche sich im Unterbewusstsein verankern und wirksam werden. Muster können konstruktiv oder destruktiv sein, sie zu bekämpfen macht sie nur stärker. Muster zu verändern gelingt, wenn sie erstens erkannt und zweitens in ihrem emotionalen Wert transformiert werden.  

     

  • 12. Wu wei
    Die mühelose Kraft ist ein daoistisches Prinzip, das sich mit Enthaltung aller gegen die Natur gerichteten Aktivitäten übersetzen lässt. Das Aktionspotential für Handlungen ist stets vorhanden, es bedarf nur der Intention, um es fließen zu lassen. Wu wei erkennt den richtigen Moment und lässt die Handlung geschehen. Es ist der Gegenentwurf zur Abarbeitung von to-do-Listen.

 

Die einzige Einfachheit, der man vertrauen kann, ist die Einfachheit, die man auf der anderen Seite der Komplexität findet.

Alfred North Whitehead



Fazit Vuca-Welt Kompetenz

Sämtliche Probleme unserer Zeit wurden mit einem Weltbild geschaffen, welches die Lebendigkeit der Natur nicht erfasst. Der adäquate Umgang mit Komplexität erfordert das Verständnis des prozesshaften Wesens der Wirklichkeit, welches sich fortlaufend konstituiert. Wir vermitteln VUCA-Welt Kompetenz in unseren Coachings und als ganzheitliche Transformation von Organisationen



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